Presse Frauen Landesliga 2019/2020

18.01.2019: SC Korb – HSG Lauffen-Neipperg 32:25 (18:14)

Nicht so schwer getan wie zuletzt

(vh) Na also. Geht doch. Die Frauen des SC Korb können noch gewinnen in der Landesliga. Zugegebenermaßen gegen einen Gegner, der es ihnen nicht überragend schwer machte. Was allerdings nur die halbe Wahrheit ist. Die andere Hälfte lautet: Die Korberinnen haben es sich selbst ebenfalls nicht so schwer gemacht wie in den letzten Spielen.

Was die Sympathiewertung betrifft, steht die HSG Lauffen-Neipperg ganz vorne in der Tabelle. Punktetechnisch dagegen sind sie unten, ziemlich nahe des Südpols, angesiedelt. Aber Trainer Andi Drauz schickt dennoch keine Mannschaft aufs Feld, die rustikal oder gar brachial versucht, spielerische und technische Defizite zu kaschieren. Die HSG-Spielerinnen sind mit immer sportlichen Mitteln und unterwegs und bewiesen, dass sie gegenüber des Hinspiels, vor allem im Rückraum, durchaus an Vermögen zugelegt haben.

Sich darauf einzustellen, galt’s für die Korber Abwehr denn auch in den ersten Spielminuten. Ein paar gegnerische Angriffe lang nahmen die Bienen Anschauungsunterricht, so von der elften Minute an – der SCK lag 7:5 vorne – griffen Hände und Maßnahmen. Die Gastgeberinnen legten hinten an Geschlossenheit zu und gingen im Angriff mit wachsender Entschlossenheit ans Werk.

Ein paar Einzelaufnahmen, die fürs gesamte Spiel exemplarisch sind: Helena Merkle und Jessica Cyklarz waren aus der Abwehr heraus mit dem Temperament und der Präzision einer Windhose unterwegs. Torhüterin Michaela Reemtsema und die Spielfeldkameradin Marina Tonne beeindruckten mit exakt geworfenen Vorlagen: Gut die Hälfte ihrer zehn beziehungsweise acht Tore erzielten Heli und Jessi aus Gegenstößen und teilten sich das Verdienst mit den Vorlagengeberinnen.

Schon die gesamte Runde verkörpert Jacqueline Heil die Zuverlässigkeit im Spiel. In der Abwehr eine so was von fester Größe, weiß sie im Angriff aus allen drei Rückraumpositionen was zu machen. Im Eins-gegen-Eins macht ihr eh so schnell keine Abwehr was vor. Seien die Spielerinnen noch so kräftig und noch so viele. Das ganze gepaart mit einem sehenswerten Abschluss – das hat Schnackel. Auch und gerade in diesem Spiel.

Auch eine, die nach der Devise „Nicht reden, sondern spielen und kämpfen“ ans Werk geht, ist Spielführerin Ann-Kathrin Heil. Auf der Halblinken im Rückraum wurde die gelernte Linksaußen nicht geboren. Aber wenn Trainerin Britta Küchler sie da hin beordert, weil die Pesronalnot in Korb nach wie vor eine große ist, dann macht Anki auch was draus. Dann ist sie nicht nur Ballhalterin und -Transporteurin sondern bindet auch, sorgt für Druck, für Gefahr und auch für ein Tor von hinten.

Auch Julia Zerweck ist eine von denen, die ihr Bestes dort geben, wo sie hingestellt werden. In Kornwestheim war das sogar mal auf Rechtsaußen, jetzt gegen die HSG sorgte sie für Druck und Tore auf beiden Halbpositionen. Und vom Strich war sie sowieso ohne Fehl.

Eine der auffällig Unauffälligen ist Emily Schiermeister. Der Youngster in der Mannschaft. In der Abwehr hat sie ihre Gegenspielerinnen in aller Regel im Griff und vorne am Kreis hat Emily den Sinn von Handball als Mannschaftssport sozusagen gefressen. Sie arbeitet, sperrt, stiftet Unruhe und so manche Lücke, in die die Kolleginnen aus dem Rückraum erfolgreich stoßen, hat sie geöffnet.

Mit Qualitäten dieser Art, in den letzten Minuten der Partie auch bestätigt durch Christina Silcher und Verena Wollensak, stand der Korber Sieg realistisch betrachtet nie zur Debatte. Auch als die HSG in der 34. Minute nochmal auf 16:19 heranrutschte, kamen weder Krisenstimmung noch Nervosität auf. Die Korberinnen legten ein paar Scheite an Konzentration nach und bauten Selbstvertrauen auf.

Das kommt denn auch zur rechten Zeit und darf durch gelungene Trainingseinheiten in den nächsten zwei Wochen durchaus noch gestreichelt werden. Weil: Am Samstag, 8. Februar, steht um 18 Uhr in der Ballspielhalle Beutelsbach das Derby gegen die SG Weinstadt an.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema, Ina Reinhardt; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister, Sarah Meier, Julia Zerweck (7/2), Helena Merkle (10), Marina Tonne (2), Ann-Kathrin Heil (1), Jacqueline Hellerich (4), Jessica Cyklarz (8).
Auf der Bank: Britta Küchler, Heike Kranacher, Gaby Hammer, Nina Franck.

HSG Lauffen-Neipperg: Kathrin Sammet (2), Larissa Krebs (1), Lara Gläß (3), Kristina Bauer, Silija Kreb (8/6), Anna Lauer (3), Julia Reichhardt, Eileen Gooss, Franziska Dornfeld (4), Martha Schumacher, Lisa Walter (4/1), Jessica Reinhardt.
Auf der Bank: Andi Drauz

Fotos: Veit Hoffmann

11.01.2020: SV Kornwestheim – SC Korb 28:25 (16:12)

Funktionierendes System, aber starker Gegner

(vh) Die Systeme Abwehr und Angriff haben, im Vergleich zu einigen zurückliegenden Spielen, an Qualität wie an Griffigkeit durchaus zugelegt. Gestolpert sind die Korberinnen über gelegentliche individuelle Unpässlichkeiten. Und gescheitert letztlich an einem Gegner, der ziemlich genau drei Tore besser war.

Die 5:1-Abwehr, mit der die Korberinnen ins Spiel gingen, ist vielleicht nicht jederfrau Sache, aber sie funktioniert immer besser. Und empfiehlt sich gegen Mannschaften wie den SV Kornwestheim, die im Rückraum nicht gerade an Atemschwäche leiden, durchaus als Alternative zur angestammten 6:0-Variante.

Die Kornwestheimerinnen stellen aktuell den zweitbesten Angriff der Klasse. Kein Grund für die Korberinnen also, die 28 Gegentore als Schande für die eigene Abwehrarbeit zu empfinden. Ela Reemtsema im Tor schien die eiseskalte „Hölle Ost“ nachgerade zu befeuern – sie lieferte eine richtig gute Partie ab. Vor ihr, wie gesagt, funktionierte das System.

Allerdings wissen die Kornwestheimerinnen durchaus wie’s geht. Im Zweifelsfall auch mal eins-gegen-eins, gerne über die Außenpositionen. Außerdem beeindruckte das Gegenstoßspiel der Gastgeberinnen auch den Beobachter, der für gewöhnlich hauptsächlich auf dem Korber Auge scharf sieht.

Apropos Gegenstoß. Bei Ab-geht’s-Situationen dieser Art hatten die Korberinnen zuletzt immer wieder Bälle verschenkt. In Kornwestheim wiesen sie des öfteren nach, dass sie die Alternative zweite Welle zu beherzigen wissen und es verstehen, daraus ebenso Druck zu entwickeln wie Kapital zu schlagen.

Was weitere Verbesserungsmöglichkeiten nicht ausschließt. Es spricht nichts dagegen, die Zahl der unerzwungenen Fehlabspiele etwas zu reduzieren. Und wenn von den Strafwürfen, die der Schiri den Bienen zusprach, alle sechs statt nur deren drei ins Netz gegangen wären…

Gestimmt hat dagegen die Einstellung. Auch nach einem mehrfachen Sechs-Tore-Rückstand in der zweiten Hälfte ließ sich die Mannschaft nicht hängen und kam in den letzten zehn Spielminuten zweimal auf ein Tor an den SVK heran. Dass es zur Wende doch nicht mehr reichte, auch das hatten wir schon, lag an starken Salamanderinnen in Bestbesetzung, während für die Bienen weiterhin nicht alles im Korb summt, was stechen kann.

Zum ersten Flug des neuen Jahrs in heimischer Umgebung setzt das Team am kommenden Samstag, 18. Januar an. Um 18 Uhr geht’s los, als Gegner hat sich die HSG Neippheim-Lauffen angekündigt.

SV Kornwestheim: Luana Seiler, Alisa Torkler (4), Daniela Bahmann (6/1), Marei Weiß (7), Kim Callan, Nadine Richter (1), Tanja Bahmann (1), Helena Georgoudis (2), Amelie Haug, Nina Rück (3), Romina Holzer, Svenja Biehl (4), Lilli Paul.
Auf der Bank: Hannes Diller, Nina Haug, Tanja Schöttle, Ann-Katrin Schmid.

SC Korb: Nina Meier, Ina Reinhardt, Michaele Reemtsema; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister (3), Julia Zerweck (5/3), Helena Merkle (2), Annika Kögel (3), Marina Tonne (6), Ann-Kathrin Heil (1/1), Jacqueline Heil (4), Jessica Cyklarz (1).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Heike Kranacher.

Fotos: Veit Hoffmann

14.12.2019: HSG Strohgäu 2 – SC Korb 32:28 (12:15)

30 Minuten gut, 30 Minuten schlecht

Es ließen sich jetzt die zwei Kehrseiten einer Medaille strapazieren. Oder die Doppelgesichtigkeit des Griechen-Gottes Janus. Es geht aber auch ganz unverstelzt: Die Frauen des SC Korb haben bei der HSG Strohgäu eine richtig gute erste Hälfte gespielt. Und eine richtig schlechte zweite. Schad ist das nicht nur wegen der zwei Punkte, dem Selbstvertrauen hätte so ein unerwarteter Auswärtssieg vermutlich dazuhin geschmeichelt.

Das ließ das blau-gelbe Handballer-Herz schon höher schlagen, was die Frauen da in den ersten 30 Minuten aufs Parkett legten. Britta Küchler hatte sich in der Abwehr für die 5:1-Variante entschieden und die barg für die Gastgeberinnen nicht nur das Moment des Unerwarteten, sondern stand auch richtig gut. Geschlossen, verbunden, mit den richtigen und rechtzeitigen Verkehrsdurchsagen und vorbereitet zum Beispiel auf die Durchbruchversuche der HSG-Außen zwischen den Abwehr-Positionen eins und zwei. Jacqueline Heil und Sandra Staiger sorgten in der Mitte für klare Verhältnisse und vorgezogen brachte Jessica Cyklarz den Strohgäuer Angriffstanz ein ums andere mal aus dem Schritt.

Nach vorne verwandelte vornehmlich Helena Merkle alle Gegenstoßpässe, die nur irgendwie zu erreichen waren, in bemerkenswerter Abgeklärtheit. Julia Zewerweck, die erst ein paar Minuten vor dem Spiel eine Pädagogik-Klausur abgehakt hatte und von Sarah Meier individuell aufgewärmt worden war, bewies Auge. Und dann war da noch Marina Tonne. Die Lady mit der linken Klebe war weder von der Gegenspielerin noch von der Torhüterin einzukriegen. Auch wenn die HSG-Trainerin nach Marinas Erfolgen immer genau wusste, wie ihre Torfrau hätte stehen müssen.

Über 7:3 und 9:7 spielten sich die Korberinnen zum 15:12-Pausenstand. Mit dem kleinen, zu diesem Zeitpunkt kaum auffälligen Makel, dass sie in den letzten fünfeinhalb Minuten der ersten Hälfte nur noch ein Tor erzielt hatten – und das von der Strafwurf-Linie aus.

Deutlicher wurde diese Mangelerscheinung allerdings in Hälfte zwei. Geschlagene zehn Minuten brauchte es, ehe Jacqueline Heil den ersten SC-Treffer herausarbeitete. Aber ach: Die HSG, die unverdrossen ihren Stiefel runter spielte, traf in dieser Zeit siebenmal.

Der Gründe dafür gibt’s einige. In der Korber Abwehr sank die Betriebstemperatur um einige Grad. Im Angriff ließ die Präzision ein paar Schliffe nach, die Gelegenheiten zu Gegenstößen wurden weniger, die Torhüterinnen waren in zwei, drei Fällen vom Pech verfolgt und der Spielkamerad Schiedsrichter hatte Konzentration, Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl weitgehend in der ersten Hälfte verpulvert.

Eine oder zwei dieser Ursache hätten die Korberinnen vielleicht noch überspielen können. In der Summe allerdings ergab all das eine schwache Gesamtleistung und die endete dann zwangsläufig mit dem HSG-Sieg.

Indes, es besteht kein Anlass, am Ende der Vorrunde fröhliche Weihnachtslieder durch handballerische Trauergesänge zu ersetzen. Die Korber Frauen sind zweimal hintereinander aufgestiegen und haben dabei nur ein einziges mal verloren. Dass sie in der Landesliga andere Kaliber erwarten würden und auch Niederlagen als Erfahrungswert wiedergewonnen werden müssten, war vorhersehbar.

Die Mannschaft, die immer noch sehr viel Ähnlichkeit mit der aus der Bezirksklasse besitzt, hat oft genug gezeigt, dass sie mithalten kann. In Leonberg zum Beispiel mit Erfolg oder gegen Oppenweiler/Backnang auf eine Art und Weise, die Anerkennung und Respekt verdient.

Jetzt ist – kurze – Pause, am Samstag, 11. Januar beginnt in der Sporthalle Ost um 20 Uhr mit dem Spiel beim SV Kornwestheim die Rückrunde. Alle Bienen – sowohl die Auf-dem-Feld-Flüglerinnen wie auch die Bank-Stachlerinnen aus dem Trainerinnen-Team und demütig auch der Schmierfink – wünschen Anhängern, Freunden und Förderern besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes Jahr 2020.

HSG Strohgäu 2: Cornelia Fratte, Fenja Grabinat (2), Ann-Katharina Degebrodt (6), Michaela Seifert (5/3), Nora Köstel, Madeleine Franz (6/2), Svea Rosenberger (1), Kyara Arnold, Nurten Epple (10), Janina Meier, Danijela Cretni (2). Auf der Bank: Alexndra Bitsch, Annette Fischer, Nadja Wessely.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema; Verena Wollensak, Christiane Silcher, Emily Schiermeister, Sarah Meier, Julia Zerweck (9/4), Helena Merkle (6), Annika Kögel (1), Marina Tonne (7), Jacqueline Heil (3), Sandra Staiger (1), Ann-Kathrin Heil, Jessica Cyklarz (1).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Heike Kranacher, Melanie Sänftl.

Fotos: Veit Hoffmann

08.12.2019: SC Korb – HSG Kochertürn/Stein 29:23 (12:11)

Parallelen und Happy End

Am zweiten Advent ist es guter Brauch, nur deren zwei von den insgesamt vier Lichtlein anzustecken. Aufs Punktspiel der Korber Handball-Frauen übertragen heißt das: Sie ließen es wärmend-erfolgreich leuchten, aber es bleiben noch Leistungs-Kerzen zu entflammen, die dann den vollen Glanz verströmen.

Begonnen hat das Spiel quasi als Parallele zur Hohenlohe-Partie eine Woche zuvor. Die Korberinnen, die zu Ehren des verstorbenen Gründungsmitglieds Herbert Widmann mit Trauerflor spielten, legten Feuerwehr-ähnlich los, verwerteten Strafwürfe, Gegenstöße und Aktionen. Hinten stand die Abwehr, basierend auf einer Torhüterin Nina Meier, die erneut sensationell hielt – bis sie durch einen Kopftreffer (geworfen, nachdem der Schiri bereits gepfiffen hatte) vorübergehend außer Gefecht gesetzt wurde.

Wieder lag der SC nach zehn Minuten 7:2 in Führung. Auch die weitere Geschichte wiederholte sich in Zeit und Torstand: Nach 20 Minuten glichen die Gäste zum 9:9 aus. Von da an erzählt sich die Spiel-Story indes nicht nur als eine spannende, sondern auch als eine mit Happy-End. Aus Korber Sicht zumindest.

Davor allerdings, beim Fünf-Tore-Rückstand, stand eine Auszeit, bei der HSG-Trainer Christian Schellhas den Seinen eine 3:2:1-Abwehr ins Aufgabenheft diktiert hatte. Eine Formation, die den Korber Angreiferinnen schmeckte wie weihnachtliches Spritzgebäck auf Knoblauch-Basis. Also eher gar nicht.

Dazuhin entwickelte auch die heimische Abwehr Schluckbeschwerden ob der Angriffshäppchen, die die HSG vornehmlich aus dem Rückraum servierte. Dem einen oder anderen Hickser zum Trotz blieb die Mannschaft an diesem Tag aber bei der Sache und damit dran.

Dass sie ihrerseits um Abwehr-Varianten nicht verlegen sind, bewiesen die Bienen in der zweiten Hälfte. Trainerin Britta Küchler schickte Jessica Cyklarz immer mal wieder nach vorne. Sei’s zum Personenschutz für Julia Tauber, sei’s zur Wühlarbeit im Rahmen einer 5:1-Formation.

Das und ein unverdrossener Angriff, in dem alle Beteiligten dorthin gingen, wo der Satz vom Handball als einer der härtesten Mannschaftssportarten mit Taten geschrieben wird, sorgten dafür, dass die HSG ergebnistechnisch den Gastgeberinnen nicht entkam. Auch wenn Kochertürn/Stein zwischen den Minuten 40 und 43 dreimal mit zwei Toren führte.

Die Korberinnen verstanden es aber, nochmal draufzusatteln. Befeuert von den erfolgreichen Werferinnen Helena Merkle und Jacqueline Heil, knisternder in der Abwehr und unterstützt von Torhüterin Michaela Reemtsema, die in einem der entscheidenden Momente und unter anderem einen Strafwurf hielt, leiteten sie die Wende ein. Spätestens als Marina Tonne nach 58 Minuten in aller winterlichen Kälte einen Siebenmeter durch die Hosenträger zum 28:23 verwandelte, war die Suppe gelöffelt.

Für 2019 war’s das letzte Heimspiel. Die letzte Begegnung überhaupt ist auf 16 Uhr am Samstag, 14. Dezember terminiert. In der Neuen Sporthalle zu Hemmingen gegen die HSG Strohgäu 2.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister (3), Sarah Meier, Julia Zerweck (5/4), Helena Merkle (7), Annika Kögel (1), Marina Tonne (3/2), Ann-Kathrin Heil, Jacqueline Heil (6), Sandra Staiger (2), Jessica Cyklarz (2).
Auf der Bank: Britta Küchler, Gaby Hammer, Heike Kranacher.

HSG Kochertürn/Stein: Sabrina Perlik, Pamela Schöbel; Vanessa Rehn (2), Sophie May, Lara Krieger (2), Anna Körner (2), Mara Wieland (1), Lena Schmalzhaf (1), Kristin Obertautsch (1), Nina Brenneis (2), Julia Tauber (12/5).
Auf der Bank: Sabine Reistle, Christian Schellhas, Kerstin Thier.

Fotos: Veit Hoffmann

30.11.2019: SC Korb – HSG Hohenlohe 21:27 (11:16)

Überragend im Tor, fehlerbehaftet auf dem Feld

An einem sehr guten Tag hätten sie gewonnen. Mit einer überdurchschnittlichen Leistung zumindest mitgehalten. Gegen die HSG Hohenlohe indes standen die Korber Handball-Frauen – mit der Ausnahme Nina Meier – leicht unterdurchschnittlich auf der Platte. Die Niederlage entsprang daher einer gewissen Logik.

Hätte Nina Meier nicht sensationell gehalten, wären die Korberinnen mit deutlich dreißig-plus Gegentoren abgeklatscht worden. Und hätten sich die Feldspielerinnen mit ihrer Fehlerquote der Torhüterin zumindest angenähert, wär’s ein Spiel mit Aussichten auf Sieg sowohl für Hüben wir Drüben geworden.

Aber wie schon der große Sportphilosoph Jörg Wontorra im fortgeschrittenen Alter nachgelesen hat: Das Leben spielt sich nicht im Konjunktiv ab. Die Wirklichkeit dagegen ist bisweilen bitter und auch die schönsten Blütenträume besitzen die Eigenschaft, schnell zu welken. Innerhalb von sieben Minuten zum Beispiel. Solange nämlich brauchten die Gäste, um den 8:2-Vorsprung der Korberinnen zum 9:9 auszugleichen.

Das geschah in der 19. Minute und weil die HSG schon mal dabei war, legte sie weiter nach. 11:16 lagen die Bienen zur Pause zurück. Zum einen, weil die Panthers aus dem Hohenlohischen nach dem Rückstand nicht nur einen, sondern gleich zwei Gänge hochschalteten und dabei ganz ordentlich Drehmoment frei setzten. Zum anderen verhalf der SC dem Gegner durch eigene Fehler noch zu weiterem Schub.

In der Abwehr fehlte es an Zup(l)ackerei, im Angriff landete der Ball allzu oft im gegnerischen Fundamt. Um von dort im präzisen Ruck-Zuck zurück in Richtung Korber Hütte expediert zu werden. Auch aus dem Spiel heraus war’s alles andere als handballerische Ramschware, die der Tabellenzweite (nach Minuspunkten seit gestern sogar Tabellenführer) feilbot.

Nach der Pause rackerte sich der SCK noch einmal auf drei Tore an die HSG heran. Mehr indes war an diesem Tag nicht drin. Auch weil auf Korber Seite nach wie vor der Personalmangel grassiert, war die Mannschaft gegen Ende der Partie spielerisch und mental erkennbar auf Reserve unterwegs.

Für solche Fälle allerdings haben die Sportgötter die Tankstopps an den Trainingsabenden geschaffen. Die gilt’s jetzt zu nutzen, um bereits am kommenden Sonntag, 8. Dezember, gegen die HSG Kochertürn/Stein Stöffchen zu geben. Start ist um 15 Uhr in der Ballspielhalle.

SC Korb: Nina Meier, Ina Reinhardt; Christina Silcher, Emily Schiermeister, Sarah Meier, Julia Zerweck (4/2), Helena Merkle (3), Marina Tonne (2), Ann-Kathrin Heil (1), Jacqueline Heil (4), Sandra Staiger, Jessica Cyklarz (7).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck.

HSG Hohenlohe: Sophie Straub, Christina Hoppe; Milena Hack (5), Nicole Heynicke, Kathrin Bauer (3), Verena Friedl (6), Julika Schneider (3), Emily Hallmann (2), Julia Maul (2), Michelle Fietze (1), Cora Stithem (3), Julia Samer (2/1).
Auf der Bank: Vivien Binder, Petros Kitsikoudis.

Fotos: Veit Hoffmann

23.11.19: HSG CaMüMax – SC Korb 30:20 (17:10)

Kein Grund für Sack und Asche

30:20 für die Anderen. So in Zahlen und Buchstaben sieht das schon verdammt nach Klatsche aus. Aber wenn die verehrliche Gegnerschaft in Bestbesetzung und prima Form antritt, du selbst aber auf fünf Kräfte verzichten musst und sich die verbleibenden Spielerinnen dennoch so reinhauen wie jetzt in Bad Cannstatt geschehen, dann musst du den Heimweg durchaus nicht in Sack und Asche antreten.

Melanie Cyklarz (in freudiger Erwartung), Jessica Krug (Kreuzbandriss), Sandra Staiger (dringlich verhindert), Annika Kögel (wohlverdient und lange geplant im Urlaub) sowie Petra Feucht (Trainingsrückstand aus guten Gründen) sind Spielerinnen, die jeder Mannschaft dieser Landesliga gut ins Trikot passen würden. So sie eines überziehen, tun sie das für den SC Korb. Nur eben nicht an diesem Samstag.

Wenn dann so viel zusammen kommt, lässt sich auch durch Einsatzbereitschaft das fehlende Potenzial nicht mehr komplett verschmerzen. So wie der Improvisationsfähigkeit und dem personell-taktischen Geschick der Trainerin Britta Küchler und ihrer Mitstreiterinnen Nina Franck und Heike Kranacher ebenfalls Grenzen gesetzt sind, die sie nicht zu verantworten haben.

In solchen Fällen müssen Ann-Kathrin Heil und Marina Tonne schon mal im Rückraum ran. Helena Merkle wird am Kreis gebraucht oder auf Rechtsaußen. Und in der Abwehr im Mittelblock. Auch von drei gestandenen Landesliga-Spielerinnen – und das sind die drei allemal – ist nicht zu erwarten, dass sie auf solchen, für sie ungewohnten und selten bis nie bespielten Positionen das Handballspiel revolutionieren.

Weil Jammern indes erstens nicht hilft und zweitens alles andere als Korber Art ist, haben die genannten sich ohne zu Murren in den Dienst der Mannschaft gestellt. Wie alle anderen ihrer Mannschaftskameradinnen (die Betonung liegt auf Mannschaft ebenso wie auf Kameradinnen) auch. Jessica Cyklarz zum Beispiel. Die wurde nach zwei Minuten beim Sprungwurf unsanft angegangen und landete auf einem umknickenden Fuß. Um Geh- und Lauffähigkeit wieder herzustellen, bedurfte es eines strammen Tapeverbands. Statt den Rest des Spiels mit dem Eisbeutel auf der Bank zu verbringen, warf sich Jessi schon gegen Ende der ersten Hälfte wieder in die Partie und ging voran, selbst als das Spiel, realistisch betrachtet, bereits verloren war.

Alle anderen Bienen taten es ihr gleich. 60 Minuten lang. Sie boten das auf, was an diesem Tag drin war, weswegen der Geist gerühmt werden soll, der in dieser Mannschaft steckt. Anerkannt werden muss aber ebenfalls die Überlegenheit der HSG, die in dieser Runde durchaus schon schlechter gespielt hat.

Und weil das Handball-Leben an diesem Abend so lief wie es war (okay: drei Euro ins Phrasenschwein), ziemt es sich auch nicht, an Details zu kritteln. Wichtig ist das Wissen, dass die Korberinnen Abwehr geschlossener, aggressiver und zweikampfstärker spielen können. Dass in ihren Gegenstößen sehr viel mehr Gefahr schlummert, als sie aufs glatte Cannstatter Parkett brachten. Und dass Angriffsspiel mit mehr Druck und besserem Entscheidungsverhalten dem SCK nicht fremd ist.

Der geschwätzige Zusammenschmierer dieser Zeilen nimmt jedenfalls die Wette an und setzt einen Kasten alkoholfreien Biers: Bereits am kommenden Samstag, 30. November, wenn es um 18 Uhr in der Ballspielhalle gegen die HSG Hohenlohe gilt, wird das alles besser.

HSG CaMüMax: Viktoria Hartig, Maike Riedel (1), Nadine Behrens (6/2), Pascale Stolz (1), Jessica Himmer, Jessica Nitz, Luisa Keyerleber (1), Katharina Roth, Marlene Bulat, Marie-Kristin Wittmann (6), Pauline Kissing (8), Sonia Staib (7/3), Christiane Kappis, Marina Rüdinger. Auf der Bank: Heiner Behrens, Klaus Bender, Anne Burmeister, Jennifer Egyed.

SC Korb: Nina Meier, Michaele Reemtsema, Ina Reinhardt; Verena Wollensak (1), Christina Silcher, Emily Schiermeister (1), Sarah Meier, Julia Zerweck (6/1), Hanna Merkle (3), Marina Tonne (3), Ann-Kathrin Heil, Jacqueline Heil (1),
Jessica Cyklarz (5).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Heike Kranacher.

Fotos: Veit Hoffmann

17.11.2019: SC Korb - HC Oppenweiler/Backnang 23:26 (11:16)

Auf diese Niederlage darf die Mannschaft stolz sein

Wenn Du alles gegeben hast, alles versucht und zu keinem Augenblick zurückgesteckt, dann hast du ein gutes Spiel abgeliefert. Wenn dir viel gelungen ist und erneut eine Steigerung zu erkennen war, dann war das ein sehr gutes Spiel. Wenn die anderen trotzdem gewinnen, ist das eine Niederlage, die du keinesfalls beklagen musst. Du darfst sogar ein bisschen stolz drauf sein.

Der HC Backnang/Oppenweiler weist die wenigsten Miese all der Mannschaften aus, die in der Landesliga ein Konto eröffnet haben: keine nämlich. Er hat die meisten Tore erzielt und im Schnitt die wenigsten bekommen. Und auch bei den Personalkosten nimmt die Mannschaft dem Vernehmen nach eine Spitzenposition ein.

Und dann kommst du als SC Korb. Vor zwei Jahren warst du noch in der Bezirksklasse unterwegs. Am Spieltag fehlen dir schon mal vorweg drei Stammkräfte und nach 18 Minuten deren Viere. Weil der Schiri eine Versöhnungsadresse an die bis dahin unzufriedenen HC-Anhänger gepfiffen hat. Zugestellt hat er die allerdings an die Korberin Marina Tonne – per roter Karte (zwei Minuten hätten’s auch getan). Wahrlich – der SC Korb hat ein Spiel, gegen eine Spitzenmannschaft zumal, schon unter besseren Bedingungen bestritten.

Zur Persönlichkeit dieser Mannschaft indes gehört, dass sie sich von gleich welchen äußeren Umständen so gar nicht beeinflussen lässt. Die Mannschaft legte los als gäb’s höchstens ein Übermorgen, keinesfalls aber ein Morgen. Aus einer Abwehr heraus, die sich über weiteste Strecken des Spiels von schrieb und zusätzlich gestützt auf Torhüterin Michaela Reemtsema, die Freie, Nachwürfe, Rückraumschüsse en masse weghexte, nahmen die Korberinnen das Spiel als Gleiche unter Gleichen auf.

Nach gut elf Minuten hatten die Bienen ein 7:3 herausgespielt, gekämpft und gelaufen und wenn da nicht die vier Gegenstöße gewesen, bei denen der Ball im falschen Acker aufkam, hätte es gut und gerne noch deutlicher stehen können. Allerdings besannen sich spätestens dann auch die Gäste ihres guten Rufes als Spitzenmannschaft und begannen ihrerseits, am Rad zu drehen.

Das Brot, das insbesondere der HC-Rückraum reichte, war jetzt ein ziemlich hartes. Im eigenen Angriff stellten die Korberinnen in dieser Phase ihre Pässe gelegentlich etwas nachlässig aus und auch der Abschluss war nicht immer ganz glücklich gewählt. Wobei anzuerkennen ist, dass die Oppenweiler/Backnanger Abwehr auch mehr von Stahlfedern und eher nichts von Daunenbett aufweist. Es kam wie’s – realistisch gesehen – hatte kommen können und der SC Korb lag zur Pause mit 11:16 im Hintertreffen.

Nach neun Minuten in Hälfte zwei war daraus gar ein 15:22 geworden. Klare Sache also für den HC? Denkste. Britta Küchler wechselte in der Abwehr aufs 5:1, im Angriff gingen Jacqueline Heil, Annika Kögel und Jessica Cyklarz weiter weite Wege und keiner Kontaktaufnahme aus dem Weg. Emily Schiermeister am Kreis ergänzte Kärrnerarbeit durch Torgefahr und siehe: In der 52. Minute stand’s aus Korber Sicht 22:23.

Für den Gästesieg hätte es anschließend die eine oder andere Ergebenheitsadresse des Sportkameraden Spielleiters gar nicht mehr gebraucht. Die größere Abgeklärtheit, personifiziert durch die beiden abgezockten Ungarinnen im Rückraum des HC, hätten wohl auch so zum Sieg beigetragen.

Die kurze Deckung gegen beide brachte durchaus Abhilfe, aber die aufreibende Abwehrarbeit der Korberinnen forderte dann auch ihren Tribut bei den Angriffsbemühungen. Zumal einfache Tore, sei’s durch direkte Gegenstöße, sei’s über die zweite Welle, an diesem Tag kaum gelingen wollten.

Das ändert indes nichts an der positiven Bewertung, die sich die Mannschaft und das Trainer-Team für dieses Spiel verdienten. Wenn sie an diese Leistung anknüpfen, fahren sie am kommenden Samstag, 23. November, nicht aussichtslos zum Kräfemessen mit dem punktgleichen Tabellennachbarn HSG CaMüMax. Angepfiffen wird die Partie der beiden Teams auf dem bis dahin geteilten sechsten Platz komplett harzfrei um 18 Uhr im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, Remstalstraße 35.

SC Korb: Michaela Reemtsema, Ina Reinhardt; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister (3), Sarah Meier, Julia Zerweck (2/2), Helena Merkle (4), Annika Kögel (2), Marina Tonne (1), Ann-Kathrin Heil (2), Jacqueline Heil (5), Sandra Staiger, Jessica Cyklarz (4).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Heike Kranacher.

HC Oppenweiler/Bcknang: Michelle Hoffrichter, Paula Heitzler; Dorothea Csauth (2), Denise Schaber, Anna-Marie Grün (1), Reka Katona-Lukacs (14/7), Carina Fischer (1), Melanie Mundinger, Anna Hug, Lea Soffel (1), Judith Lukacs (3), Anna Rosenke, Laila Handrick (4). Auf der Bank: Ronja Braun.

Fotos: Veit Hoffmann

09.11.2019: SV Leonberg/Eltingen – SC Korb 32:34 (14:18)

Spiel, Einstellung und Taktik überragend

Wir hatten es an dieser Stelle bereits davon. Mehrfach. Von der Sache mit dem Pferdle, das nur so hoch springt, wie es muss. Jetzt gilt es zu künden von einem gewaltigen Zossen, den die Korber Frauen gesattelt haben. Mit dem sie Hindernisse, Mauern und Mehrfach-Oxer von stattlicher Höhe wie Weite überwanden. Mehr als einmal. Am Ende stand ein Auswärtssieg beim SV Leonberg/Eltingen als Lohn für eine überragende spielerische, kämpferische und taktische Leistung bei einer der ambitionierten Mannschaften in der Landesliga.

Die Voraussetzungen fürs Spiel auf Korber Seite hätten einem Pessimisten Glücksgefühle beschert: Kreisläuferin Melanie Cyklarz spielt in dieser Runde nicht mehr. Julia Zerweck, die Kraft aus dem Rückraum, war aus privaten Gründen verhindert. Petra Feucht stand ebenfalls nicht zur Verfügung. Sie hätte im rechten Rückraum Jessica Krug vertreten können, von der die schlechtesten Nachrichten kommen: Sie hat sich beim Pokalspiel in Rudersberg einen Kreuzbandriss zugezogen.

Es soll, bis hinein in die Szenen des Profi-Sports, Mannschaften geben, die angesichts solcher Verluste schon vor dem Anpfiff mentale Insolvenz anmelden. Nicht so der SC Korb. Da rückt der eh schon verschworene Haufen von Spielerinnen und Trainerinnen-Team noch ein paar Maßeinheiten enger zusammen und geht mit der Einstellung ins Spiel, dass die Gegnerinnen erst mal zeigen müssen, dass sie besser sind.

Diesbezüglich hat der SV Leonberg/Eltingen durchaus einiges vorzuweisen. Insbesondere den Rückraum mit Alina Spindler, Melanie Glaser und der ehedem Korber Biene Hanna Fenske. 22 Feldtore erzielten die drei Damen vom Leonberg/Eltinger Handball-Grill aus dem Spiel heraus. Dazu kamen sieben von Glaser und Fenske verwandelte Strafwürfe.

Allerdings musst du keinen Leistungskurs in Mathe belegt haben, um abzuzählen, dass sich auf die übrigen Positionen und handballerischen Disziplinen – Kreis, Linksaußen, Rechtsaußen und Gegenstoß – gerade mal drei Törchen des SV verteilen. Zum Vergleich: Die Korber Größen auf diesen Positionen, Marina Tonne, Helena Merkle und Emily Schiermeister, brachten es gemeinschaftlich auf elf Treffer.

Daran lässt sich schon mal zweierlei ablesen. Zum einen eine überragende Abwehrarbeit. Und zum anderen eine Angriffsleistung, die für Taten und Erfolge auf gesamter Mannschafts- wie Spielfeldbreite stand.

Das erste Trullala gilt der Defensive. Trainer Britta Küchler hatte die von Anbeginn an im 5:1 aufs Feld geschickt. Eine Formation, mit der die Korberinnen bei den bisherigen Versuchen nicht überragend glücklich agiert hatten. In dieser Partie dagegen war die Geschichte bedeutend mehr als ein taktisches Überraschungs-Gastgeschenk an die Hausherrinnen. Jessica Cyklarz, die den vorgezogenen Part gestaltete, verstreute immer wieder erfolgreich Sand im Leonberg/Eltinger Maschinenraum.

Und weil an diesem Tag Abstimmung und Einstellung auf Korber Seite Hand in Hand gingen, war auch kreiswärts viel Holper aufgebaut für die SV-Angreiferinnen. Auf der Mitte und den Halbpositionen hielten Jacqueline Heil, Sandra Staiger, Annika Kögel und Marina Tonne immer wieder erolgreich unterbindend dagegen. Gleich, ob die Gastgeberinnen sich in Richtung Korber Tor kreuzten, ob sie’s mit Auflösen ins 4:2 versuchten oder sich in Einzelaktionen ergingen.

Klar: 22 Rückraumtore sehen nach ziemlich viel aus – in diesem Fall indes sind sie mit dem Wörtchen „nur“ zu kommentieren. Weil der SV-Rückraum in der Tat nicht auf der Brennsupp‘ daher geschwommen kommt und weil jede Menge weiterer Angriffe verharmlost wurden.

Und dann waren da ja noch Emily Schiermeister und Helena Merkle auf den Außenpositionen. Ob die beiden gut waren? – Wenn du von außen keine Tore kriegst, erübrigt sich die Frage. Gelle. Die Hymne auf die Korber Abwehr indes ist erst in voller Harmonie erklungen, wenn auch Michaela Reemtsema gewürdigt wurde. Die Torhüterin zauberte immer dann eine Parade aufs Parkett, wenn solche Unterstützung besonders gefragt war.

Als Hanna Fenske nach acht Minuten und einer Sekunde per Strafwurf zum 5:4 traf, sollte das für den Rest des Spieles die letzte Führung der Ihren gewesen sein. Das Korber Hinten hatte sich, wie beschrieben, zu diesem Zeitpunkt bereits gefunden und im Angriff taten es sich die Spielerinnen darob quasi selbst nach.

Eine für Alle steht auf einem der Aufstiegstrikots. Und dieses Eine für Alle beherzigten die Bienen auch in der Leonberger Sporthalle. Das – unter anderem – machte an diesem Tag den Unterschied aus. Die Korberinnen waren ihrerseits ebenfalls aus dem Rückraum gefährlich und standen mit an die 20 Toren von dort ihrem Widerpart kaum nach. Aber dazu kam eben noch die angesprochene Gefahr durch Gegenstöße (Helena Merkle) und von den Außenpositionen. Insbesondere Marina Tonne von rechts setzte mit einem halben Dutzend Toren mehr als eine Duftmarke.

Strafwurftechnisch wurden die Korberinnen, im Vergleich zu den Gegnerinnen, etwas vernachlässigt. Neunmal durfte der SV antreten, sieben Bälle schafften es bis ins Tor. Für Korb blieben nur zwei solcher Pfiffe. Aber eine Hundert-Prozent-Quote. Ann-Kathrin Heil verwandelte jeweils in beeindruckender Selbstverständlichkeit.

Als Regisseurinnen nahmen Jacqueline Heil und Annika Kögel das Korber Spiel in die Hand und gingen dabei nicht nur mit der erforderlichen Übersicht ans Werk, sondern auch mit bemerkenswertem körperlichen Einsatz. Sandra Staiger tat es ihnen gleich. Wie außerdem Emily Schiermeister am Kreis schuftete, um den Mitspielerinnen Räume und Möglichkeiten zu verschaffen, ist einer gesonderten Erwähnung wert.

Den Titel der Ersten unter Gleichen oder auch der Woman of the match verdiente sich Jessica Cyklarz. Zwölf Feldtore weisen schon mal in die Richtung des Lobs, künden aber noch nicht von der Abgeklärtheit und der Entschlossenheit, mit der Jessi auch die Regionen nicht scheute, in denen der Schmerz das Sagen hat.

Weil ihr es die Mitspielerinnen gleich taten, hielt der SC Korb zwar nicht den zeitweiligen Fünf-Tore-Vorsprung, aber immer die Führung. Auch als SV-Trainer van der Vliet in seiner Not der Mannschaft die siebte Feldspielerin verordnete. In der Tat fielen da Tore für Leonberg/Eltingen. Allerdings deren zweie auch für Korb. Jessica Cyklarz war schneller als die wechselnden SV-Aktricen und verwandelte in beiden Fällen vom Anspiel weg ins leere Tor.

Am kommenden Sonntag, 17. November, bespielen die Mädels wieder die heimische Ballspielhalle. Um 17 Uhr ist dann die zumindest bisherige Übermannschaft der Landesliga zu Gast: Der HC Oppenweiler/Backnang.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema, Ina Reinhardt; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister (1), Sarah Meier, Helena Merkle (4), Annika Kögel (3), Marina Tonne (6), Ann-Kathrin Heil (2/2), Jacqueline Heil (4), Sandra Staiger (2), Jessica Cyklarz (12).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Heike Kranacher.

SV Leonberg/Eltingen: Annika Glaser, Meret Müller; Anna Schmid, Leonie Haertel (1), Ute Binder (1), Tanja Szomolay, Barbara Hettich, Melanie Glaser (13/2), Hanna Fenske (9/5), Alina Spindler (7), Carmen Hermann, Charlotte Schwarz (1), Marlene Feller.
Auf der Bank: Nicki van der Vliet, Celine Nagy, Mareike Schwab.

Fotos: Veit Hoffmann

06.11.2019: TSV Rudersberg – SC Korb 13:31 (6:16)

Aufgabe seriös erfüllt

Ein, zwei mehr als die im Spielbericht genannten sieben Zuschauer dürften es schon gewesen sein. Was nichts dran änderte, dass sich das Mittwoch-Abend-Interesse am Pokalspiel zwischen dem Bezirksklässler Rudersberg und dem Landesligisten Korb in durchaus überschaubaren Grenzen hielt. Die, die gekommen waren, sahen tapfer und fair kämpfende Gastgeberinnen und favorisierte Gäste, die ihre Aufgabe seriös erfüllten.

Volle Pulle brauchte es nicht beim SC Korb, um den Sieg in trockene Tücher zu packen. Aber die Mannschaft gab dem TSV Rudersberg auch keine Gelegenheit, an einer Überraschung zu schnuppern. Trainer-Team und Spielerinnen nahmen die Begegnung ernst und probten schon mal ein bisschen den Ernstfall. Der heißt Landesliga und führt die Bienen am kommenden Samstag, 9. November, zum SV Leonberg/Eltingen (15.45 Uhr, Sporthalle im Sportzentrum). Ohne den Rudersbergerinnen zu nahe zu treten: Dann wird’s ein paar Kittel härter, schneller und anspruchsvoller.

Was es braucht, um in der Punkterunde zu bestehen, zeigten die Bienen zumindest gelegentlich aber auch schon beim Pokal im Wieslauftal auf: Eine geschlossene, bewegliche Abwehr; Freude am Gegenstoß und Konzentration beim Herausspielen von Möglichkeiten im Angriff. Verbunden mit der Bereitschaft, auch bei klaren Verhältnissen Gegner und Spiel ernst zu nehmen.

Dass es am Samstag von all dem noch ein bisschen mehr sein darf, versteht sich von selbst. Aber die Bestätigung, dass da einiges in ihr steckt, das sich auch gegen stärkere Gegner abrufen lässt, hat sich die Mannschaft schon mal geholt.

TSV Rudersberg: Cathrin Biler; Mareike Rüdrich (2), Nadja Läpple (1), Kim Beverly Spengler (3), Marion Bäuerle (2), Jenny Ressel (1), Diana Roth (1), Leah Mandel, Claudia Dörflinger (2), Katrin Wagner, Nicole Schulze (1).
Auf der Bank: Andreas Hartmann, Silvia Matzanke.

SC Korb: Ina Reinhardt; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister (1), Sarah Meier, Jessica Krug (7), Julia Zerweck (3), Helena Merkle (5), Annika Kögel (1), Ann-Kathrin Heil (4/1), Sandra Staiger (2), Jacqueline Heil (2), Jessica Cyklarz (6).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Heike Kranacher.

Fotos: Veit Hoffmann

06.11.2019: TSV Rudersberg – SC Korb

Erst Pokal und dann um Punkte

Das Pokalspiel als Aufgalopp in Punkte-Matches, die es in sich haben. Am Mittwoch, 6. November, geht’s beim TSV Rudersberg für die Korber Frauen um den Einzug in die nächste Runde des Bezirkspokals. Anpfiff ist um 20 Uhr in der Wieslaufhalle (Welzheimer Straße).

In der Landesliga warten anschließend anspruchsvolle Begegnungen auf Spielerinnen und Trainerinnen. Am Samstag, 9. November, steht um 15.45 Uhr das Spiel beim SV Leonberg/Eltingen im Plan. In der Sporthalle im Sportzentrum (Steintraße, Leonberg), gibt’s dabei ein Wiedersehen mit der früheren Korberin Hanna Fenske.

In der Woche drauf, am Sonntag, 17. November, messen sich die Bienen um 17 Uhr in der heimischen Ballspielhalle im Derby mit einer weiteren Spitzenmannschaft: dem derzeitigen verlustpunktfreien Tabellenführer HC Oppenweiler/Backnang.

27.10.2019: SC Korb – Handballregion Bottwar SG 25:23 (10:8)

Unbändig zum Sieg

(vh) Da war es wieder. Das Unbändige im Korber Spiel. Das den Unterschied ausmachen kann, der letztlich zum Sieg führt. – Beim ersten Heimsieg in der Landesliga haben sich die Korber Frauen nicht unterkriegen lassen. Weder von eigenen Missgeschicken noch von durchaus anerkennenswerten Qualitäten des Gegners.

Eine Aufwachphase brauchte es in diesem Spiel eher kaum. Die Korber Spielerinnen waren gegen den Tabellennachbarn von der Handballregion Bottwar SG vom Anpfiff weg vor allem in der Abwehr gut bei der Sache. Nina Meier parierte gleich in den ersten Minuten einen Strafwurf nebst Nachschuss und bestätigte diese Leistung im Folgenden.

Am Anker im Tor ließ sich auch das Abwehrwerk im Feld befestigen. Annika Kögel organisierte auch wortstark über fast die gesamte Spielzeit hinweg die 6:0-Formation. Gerade mal vier Gegentreffer ließen die Korberinnen in den ersten 16 Minuten zu. Wobei die eigenen vier Tore in dieser Zeit den leisen Hinweis erlauben, dass es bis dahin im Angriff noch etwas knirschte.

Vier etwas nachlässigere Minuten später lagen die Gäste 7:4 vorne. Und durch die Halle flimmerte leichte Nervosität. Weil solche Spiele in dieser Spielzeit schon zweimal aus dem Ruder gelaufen waren.

Aber nicht dieses Mal. Die beiden überragenden Außenspielerinnen Helena Merkle und Sandra Staiger sowie die unverdrossene Halblinke Julia Zerweck sorgten zunächst für den Ausgleich und dann für die 10:8-Führung zur Pause.

In den ersten sieben Minuten der zweiten Hälfte trumpften die Bienen richtig auf und erspielten sich ein scheinbar komfortables 17:10. Auch beim 21:15 in der 47. Minute schien der zu erwartende Spielausgang noch in nicht zu bezweifelndes zartes Rosa getaucht.

Indes: Auch die Handballregion war mit einer satten Portion Nix-Verdruss unterwegs. Die SG rackerte sich Tor um Tor heran. Der ehedem stattliche Vorsprung schnurrte zur Ein-Törchen-Wackelgeschichte zusammen. 23:22 in der 57. Minute, 24:23 nach 58 Minuten. Nehmen ließen sich die Korberinnen den Sieg indes nicht mehr. Annika Kögel lieferte auch im Angriff viel Aufreibearbeit ab, Jessica Cyklarz hatte schon während der gesamten zweiten Hälfte ihre Leistungssteigerung durch Tore und Anspiele bestätigt, Julia „Die-Ruhe-selbst“ zimmerte zwei Strafwürfe zum Endstand ins SG-Tor und Sandra Staiger bewies im Mittelblock auch festigende Abwehr-Fähigkeiten.

Aber bei allen lobenswerten Einzelleistungen: Die Mannschaft überzeugte insgesamt. Mit den Eigenschaften, die das Besondere ausmachen: Zusammenhalt, unbedingter Wille und Charakter.

Damit lässt sich denn auch ins kommende Programm gehen, das dem SCK gleich zwei Spitzenmannschaften beschert. Am Samstag, 9. November beim SV Leonberg/Eltingen (15.45 Uhr, Sporthalle beim Sportzentrum) und eine Woche drauf zuhause gegen den HC Oppenweiler/Backnang.

SC Korb: Ina Reinhardt, Nina Meier, Michaela Reemtsema; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister (1), Sarah Meier (1/1), Julia Zerweck (6/3), Helena Merkle (7), Annika Kögel (1), Ann-Kathrin Heil, Jacqueline Heil (1), Sandra Staiger (4), Jessica Cyklarz (4).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Jessica Krug, Heike Kranacher.

Handballregion Bottwartal SG: Sophie Müller (1), Miriana Attaguile (6), Linda Zimmermann, Melanie Danner (1), Saskia Kapfenstein (9), Katrin Döttinger, Rosalie Wagner (3), Lisa Döttinger, Alisia Mäule, Nicole Hegendorf (3), Jasmin Körner, Janika Sturm, Jessica Goebel.
Auf der Bank: Johanna Zettl, Timo Peter.

Und noch ein Name: Roland Tschirley von der SG Weinstadt. Er hat richtig gut gepfiffen.

Fotos: Veit Hoffmann

20.10.2019: TSV Nordheim 2 – SC Korb 17:34 (8:19)

Ins Rollen gekommen

Nach einem gelegentlich angerumpelten Saisonstart haben die Korber Frauen den Auftritt in Nordheim genutzt, um ins Rollen zu kommen. Auch wenn der TSV Nordheim nicht unbedingt das Maß aller Landesliga-Dinge abgibt, lässt sich auf dieses Spiel bauen.

Der Vergleich liegt nahe (sorry, Pit): Nordheim, das ist so ein bisschen das, was den verehrlichen Fußball-Kameraden von Bayern München Hoffenheim war. Und Augsburg. Gegner, die sportlich nicht gerade auf Augenhöhe einlaufen. Die aber auch durch Einstellung geschlagen werden wollen. Wenn die dann doch nicht stimmt… Der Ausgang ist bekannt.

Im Gegensatz zu den Lederhosenern waren die Korberinnen im Unterland mit allem bei der Sache, was es braucht. Körper, Herz und Kopf. Die spielerische Linie wies wenig Abweichungen vom Kurs auf, die Frauen wollten und der Kopf war nicht dazu da, damit durch die Wand zu gehen.

Da gelang es auch scheinbar mühelos, die Ausfälle zu verschmerzen. Melanie Cyklarz (herzlichen Glückwunsch Dir und Basti!) spielt aus dem denkbar schönsten Grund in dieser Runde nicht mehr. Jessica Krug plagt eine Ellenbogenverletzung, Sandra Staiger und Christina Silcher waren krank. Annika Kögel und Marina Tonne stellten sich angeschlagen in den Dienst der Mannschaft. Da war Petra Feucht umso willkommener, die bei ihrem ersten Saisonspiel eine überzeugende Sohle aufs Parkett legte.

Mit Erfahrung und Erfahrenen also gestalteten die Korberinnen das Spiel. Und mit der Unbekümmertheit, wie sie gemeinhin den Jüngeren zugeschrieben wird. An diesem Abend personifiziert insbesondere durch Helena Merkle. Elf Treffer an sich sind schon beeindruckend. Dass sie dafür nur zwölf Versuche benötigte, ist ein Ausdruck von Qualität.

Windgeschwind war Helena bei Gegenstößen unterwegs und die lassen sich vor allem dann gut und erfolgreich laufen, wenn die Abwehr- und Torhüterleistung passt. In der Tat: Nina Meier in Hälfte eins und Michaela Reemtsema in zwei gaben zu erkennen, dass sich in den kommenden Begegnungen auf sie setzen lässt.

Der Feld-seitige Teil einer Abwehr steht und fällt mit seiner Geschlossenheit. Auch diesbezüglich stellten die Korberinnen im Vergleich zum Weinstadt-Spiel Fortschritte unter Beweis. Sowohl in der 6:0-Formation als auch im 5:1 mit – als hätte sie sich noch nicht genug bewegt – Helena Merkle auf der Spitze.

Im Angriff beließen es die Bienen nicht bei einer sich abzeichnenden Rückkehr zu alter Konterstärke. Aus dem Spiel heraus – siehe die Kapitel Abwehr sowie Einstellung – arbeitete Jede für Jede. Möglichkeiten wurden erarbeitet, erspielt und genutzt. Erfreulich oft ohne übertriebene Hast und stattdessen mit umso mehr Konsequenz bei der Verwertung.

Das Spiel in Zwischenständen zu beschreiben, erübrigt sich. Nach zehn Minuten lag die Gute-Laune-Truppe aus Nordheim 3:6 zurück, näher kam sie an die Korber Mannschaft nicht mehr heran. Die ließ ihrerseits bis zum Schluss nicht locker, ein weiterer Beleg dafür, dass weiterhin viel Spirit in der Truppe steckt.

Gefragt sind die angesagten Korber Eigenschaften auch am kommenden Sonntag, 27. Oktober. Beim dritten Anlauf zum ersten Saison-Sieg in der eigenen, der Ballspielhalle. Um 15 Uhr wird angepfiffen, auf der anderen Seite steht dann die Handballregion Bottwar SG.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema; Verena Wollensak, Emily Schiermeister (1), Sarah Meier (3/3), Julia Zerweck (5), Helena Merkle (11), Annika Kögel (1), Marina Tonne, Ann-Kathrin Heil (3), Jacqueline Heil (4), Petra Feucht (5), Jessica Cyklarz (1).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Gaby Hammer, Heike Kranacher.

TSV Nordheim 2: Elin Eberling (2), Petra Baumgärtner, Hannah Schuster (5), Jessica Popken (6/2), Katrin Pfeifer (3), Hannah Scheffler (1), Tabea Kraiss, Bianca Potcoava, Petra Moll, Elisabeth Ensinger, Jette Hamann.
Auf der Bank: Heiko Martin, Jannina Gassner.

Bilder Veit Hoffmann

13.10.2019: SC Korb – SG Weinstadt 16:17 (7:9)

Um das eine Törchen schlechter

Du bist um das eine Törchen tatsächlich schlechter, obwohl du es besser könntest. Und der Gegner kommt aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Unter solchen Umständen lappt eine Niederlage schon ziemlich ins Schmerzhafte. Aber sei’s drum: Für die Korber Frauen ist jetzt das viel strapazierte Mundabputzen angesagt. Sowie das Bessermachen. Das haben sie nicht nur drauf, sondern auch schon oft genug bewiesen.

Weil’s indes auch Gutes zu berichten gibt, das Erfreuliche vorweg. Sandra Staiger, wohl bekannt aus Korber Dritt-Liga-Zeiten, ist zurück. Die Linkshänderin, die im Angriff auf Außen wie Halb eingesetzt werden kann und die dazuhin ausgeprägte Abwehr-Qualitäten mitbringt, war zuletzt beim TV Möglingen aktiv.

Damit wieder hinein ins Derby gegen die SG Weinstadt. Eines, in dem aus Korber Sicht vorne wie hinten wenig lief. Der Angriff, beim Pass-Spiel wie beim Abschluss, erinnerte immer mal wieder an einen Paketzusteller, der seinen Versand nicht nur auf der Treppe, sondern auch ein paar Hausnummern vor der eigentlichen Adresse ablegt. Für den Zusteller mag das bequemer sein, sinnstiftend und zielführend indes ist es nicht.

Auch die ansonsten so zuverlässige Abwehr war eher kein Faktor an diesem Spieltag. Um im postalischen Bild zu bleiben: Wenn die Weinstädterinnen beim SC Korb klingelten, war da häufig niemand zuhause. Allerdings stand gerne mal die Tür offen.

Wobei 17 Gegentreffer jetzt nicht unbedingt die Welt sind und schon gar nicht den Weltuntergang bedeuten. 16 eigene Treffer indes deuten auf eine Korber Mannschaft hin, die nicht in Normalform unterwegs war. Und das mit Sicherheit nicht nur, weil SG-Trainer Rainer Bay auf SC-Seite Jessica Cyklarz von Anfang an aus dem Spiel nehmen ließ.

Dass das Korber Spiel Licht wie Schatten in durchaus ausgeprägtem Maß bereit hält, ist keine unbedingt neue Erkenntnis. Allerdings muss die Mannschaft das Licht in künftigen Landesliga-Spielen ein paar Minuten länger brennen lassen, um erfolgreich zu bleiben.

Den Schalter umlegen können die Korberinnen bereits am kommenden Sonntag, 20. Oktober. Wenn’s um 18 Uhr in der dortigen Sporthalle gegen den TSV Nordhausen 2 geht.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema; Verena Wollensak, Emily Schiermeister, Sarah Meier, Jessica Krug (2), Julia Zerweck (6/2), Helena Merkle (1), Annika Kögel (1), Marina Tonne (1), Ann-Kathrin Heil, Jacqueline Heil (2), Sandra Staiger (2), Jessica Cyklarz (1).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Heike Kranacher.

SG Weinstadt: Julia Koch, Sabrina Hahn; Julia Haselwander (1), Denise Hauser (6/5), Dijana Mehmeti, Janine Franke (1), Alena Müller, Pauline Willig (3), Lisa Berkhemer (1), Vera Philipp (2), Sarah Wilhelm (2), Jessica Pugliese, Albanita Hasametaj, Lea Seybold (1). Auf der Bank: Kai Franke, Rainer Bay, Nadir Arif.

Bilder Veit Hoffmann

21.09.2019: HSG Lauffen-Neipperg – SC Korb 29:35 (17:17)

Die Qualität ist vorhanden

Das hatte so was von Baron-Münchhausen-Handball: Beim Auswärts-Auftritt im schönen Lauffen am Neckar haben sich die Korber Frauen am eigenen Schopf aus dem Schlamassel gehievt. Indem sie nach 20 Minuten auch in der Abwehr die Erkenntnis beherzigten, dass Handball zu den Mannschaftssportarten gehört.

Anfangs pfui, hernach hui – besser so als andersrum. Wobei das Spiel bis Minute 52 (27:29) ein offenes blieb. Der, dem Handball nicht komplett am Dingens vorbei geht, kann dran ablesen, dass der erste Korber Saison-Auftritt in der zu allem Übel auch noch harzfreien Fremde Nerven nicht nur verlangte, sondern auch kostete.

HSG wie SC bespielen als Aufsteiger in der Landesliga sportliches Neuland. Und beiden war Wiedergutmachung ein dringendes Bedürfnis. Die Gastgeberinnen waren vor Wochenfrist bei der HSG Hohenlohe mit zehn Toren abgewatscht worden, die Korberinnen hatten nach verbummeltem Beginn zuhause gegen Kornwestheim mit einem Tor das Nachsehen gehabt.

Aber ach. Auch in Lauffen ließen es die Bienen eher flatterhaft angehen. Nach acht Minuten lagen sie 1:4 im Hintertreffen. Bis dahin hatten sie dreimal aus dem Spiel und einmal vom Strich nur Aluminium getroffen. Dazuhin zweimal das Niemandsland neben dem Kasten.

Begraben lag der Rückstands-Hund indes in der Abwehr. Die sechs SC-Aktricen im Feld waren hauptsächlich als Einzelgängerinnen unterwegs und bereiteten damit auch der Kollegin im Tor ein wenig vergnügliches Sportler-Leben. Die HSG-Angreiferinnen, aus dem Rückraum nicht gerade die Allergefährlichsten, machten das aus ihrer Sicht Beste draus. Im Eins-gegen-Eins und von außen vor allem ließen sie sich nicht lange bitten.

Der Korber Ausgleich zum 4:4 in der 10. Minute war da zunächst mal nur eine Momentaufnahme. In den nachfolgenden zehn Minuten gerieten die Mädels gleich viermal mit sechs Toren in Rückstand (21. Minute 8:14): Ausdruck einer weiter schwächelnden Abwehr – im 6:0 ebenso wie im 5:1 - und eines noch nicht erstarkten Angriffs.

Die Wende kam nach einer Auszeit, in der Trainerin Britta Küchler mit bemerkenswert ruhigen Worten den richtigen Weg wies. In der Abwehr, die Küchler wieder auf 6:0 stellte, legten die Ihren im Anschluss ebenso erfreuliches wie erfolgreiches Rudelverhalten an den Tag. Das ließ sich, im Einklang mit stark verbessertem Entscheidungsverhalten und zunehmender Treffsicherheit im Angriff, auch auf der Anzeigentafel nachvollziehen: 17:17 stand’s zur Pause.

Erspielt, erkämpft und verdient hatte sich den Ausgleich die gesamte Mannschaft. Das Sonderlob gebührt den beiden Linkshänderinnen Marina Tonne und Jessica Krug, die nervenstark (Marina!) ihre Chancen nutzten und sich ihre Möglichkeiten auch in den Zonen, in denen es weh tut, erkämpften (Jessi!). Und weil sie schon mal dran waren, am Akzente setzen, taten sie das auch in der Abwehr.

Nach der Pause machte das Team Korb dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hatte. Basierend auf den besseren Ausdauerwerten und der variantenreicheren Spielanlage spiel-kämpfte sich der SCK zum Auswärtssieg. Schön anzusehen war dabei, dass die Never-give-up-Einstellung erfahrener Spielerinnen wie Jessica Cyklarz und Jacqueline Heil sich bereits auf die Jüngeren übertragen hat. Julia Zerweck und Helena Merkle ließen sich durch das eine oder andere Missgeschick in der ersten Hälfte nicht einbremsen, hängten sich rein und trugen ihren Teil zum Sieg bei.

Ein Sieg, der als verdient notiert werden darf. Anlass, ihn überaus hoch zu bewerten, liefert er nicht. In Lauffen nimmt’s sicher niemand krumm, wenn man die HSG nicht unbedingt zu den Spitzenteams der Klasse zählt.

Oder umgekehrt: Der SC Korb wird nicht in jedem Spiel und gegen jeden Gegner 35 Tore erzielen und damit 29 Gegentreffer etwas schön schminken. Kirre machen lassen müssen sich die Korberinnen deswegen nicht. Wenn sie die Qualitäten aus den ersten beiden Spielen nicht mehr nur phasenweise auf die Platte packen, werden sie auch gegen größere Kaliber mithalten. Drauf haben sie das allemal.

Beweisen können sie das zum nächsten Mal am Sonntag, 13. Oktober, um 14 Uhr in der heimischen Ballspielhalle. Da geht’s gegen die SG Weinstadt. (Den Verweis auf Derby, eigene Gesetze und ähnlichen Quatsch ersparen wir uns.)

SC Korb: Michaela Reemtsema, Ina Reinhardt; Christina Silcher, Emily Schiermeister (1), Sarah Meier, Jessica Krug (5), Julia Zerweck (10/5), Helena Merkle (6), Marina Tonne (6), Ann-Kathrin Heil (3), Jacqueline Heil (1), Sina Raml, Jessica Cyklarz (3).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Nina Meier, Heike Kranacher.

HSG Lauffen-Neipperg: Carolin Löbe, Eileen Gooss; Kathrin Sammet (1), Larissa Krebs (10/6), Lara Gläß (2), Silija Krebs (5), Maxine Stiritz, Anna Lauer (2), Julia Reichhardt (1), Nathalie Klein (1), Franziska Dornfeld (7), Stefanie Gummert, Martha Schumacher, Lisa Walter.
Auf der Bank: Fabian Kraft, Jana Fees, Jessica Reinhardt.

Bilder Veit Hoffmann

14.09.2019: SC Korb – SV Kornwestheim 31:32 (14:18)

Die Qualität ist vorhanden

Die Lehrhaftigkeit aus Spiel eins in der Landesliga: Die Korber Frauen können mithalten. Leicht werden es ihnen die kommenden Gegnerinnen nicht machen. Aber wenn sie es nicht auch noch selbst erschweren, werden die Bienen aus den nächsten Spielen alsbald mehr mitnehmen als das Kompliment, unverdrossen, nimmermüd und beeindruckend eine Partie zu einem Zeitpunkt fast noch gedreht zu haben als auch die Edelsten unter den Fans kaum mehr dran glauben mochten.

In der Landesliga wird schneller gespielt, härter und taktisch abgeschlagener. Damit hatten die Aufsteigerinnen aus Korb rechnen können und darauf waren sie eingestellt. Dass sie sich zu Beginn einer Partie erstmal endgültig wachschütteln müssen, ist eine Eigenart, die schon in Bezirksklasse und -Liga gepflegt wurde.

Wobei zugegebenerweise bis zur Wachphase weniger Spielzeit verstrich als früher schon erlebt. Bis zum ersten Korber Landesliga-Tor brauchte es gerade mal eineinhalb Minuten. Jessica Cyklarz war’s, die traf und so etwas wie Familien-Tradition schuf: In der letzten, der Bezirksliga-Saison hatte ihre Schwester Melanie, die aus freudigen Gründen in dieser Runde aussetzt, das erste Korber Tor beurkundet.

Damit indes zurück in die Gegenwart. Es hob an ein munteres Tore-Werfen, begünstigt durch Abwehrreihen beiderseits, die sich ihren richtig guten Tag für eine andere Begegnung zu bewahren schienen. Jessica Krug, Julia Zerweck und Marina Tonne erinnerten sich aller guten Dinge und sorgten bis zur 14. Minute dreimal für eine Korber Führung (7:6, 8:7, 9:8).

Danach indes rumpelte es hauptsächlich im SC-Karton. Bis zur Pause machten sich die Kornwestheimerinnen auf ein 18:14 davon. Begünstigt durch einen Korber Angriff, in dem sich das häufte, was ein sprachgewandter Tennis-Kommentator gerne als „unforced error“ beschreibt.

Erschwerend hinzu kam aus Korber Sicht, dass die Abwehr etwas grobmaschig gewirkt war. Was den Kornwestheimer Angreiferinnen das eine oder andere Mal zielführend entgegenkam. Weil die Korberinnen ihrerseits dem Angriff nicht entgegenkamen.

Eine Tendenz, die auch in Hälfte zwei fürs Erste Fortsetzung fand. 22:29 lagen die Bienen in der 44. Minute zurück. Und hinter manch gefurchter Anhänger-Stirn mag sich zu diesem Zeitpunkt das Wörtchen „Lehrgeld“ eingenistet haben.

Aber he: Da ist immer noch die leidenschaftliche Korber Auf-geht’s-Einstellung, die zweierlei besagt: Erstens, dass sich eine SC-Mannschaft weder durch gegnerische Stäkre noch durch eigene Schwächephasens davon abbringen lässt, alles zu geben. Und zweitens, dass ein Spiel – Floskel hin, Phrasenschwein her – erst nach 60 Minuten zu Ende ist und nicht schon in der 44.

Jessica Cyklarz, Jacqueline Heil und Jessica Krug gingen voran und die ganze Mannschaft zog mit. Das Abwehr-Netz ward enger geknüpft und im Angriff ließ die Fehlerquote dank verstärkter Konzentration bei Pass wie Wurf erkenn- und zählbar nach.

40 Sekunden vor Schluss, nach einem Strafwurferfolg von Julia Zerweck, hatte der SC Korb einen Punktgewinn beim 31:32 schon greifbar. Dass er ihnen doch noch entglitt, müssen sich die Spielerinnen nicht selbst ankreiden. Zweimal kamen sie in Ballbesitz, zweimal ließ ein Pfiff von Video-Beweis-Qualität die Blütenträume welken.

Das Fazit aus der ersten Partie in der neuen Klasse: Die Korberinnen bringen die Qualität mit, um dagegen zu halten. Und weil sich an Abwehrverbund, technischen Fehlern und Wurfverhalten arbeiten lässt, haben sie es durchaus selbst in der Hand, künftig auch erfolgreich zu agieren.

Die nächste Möglichkeit dafür schafft der Spielplan am kommenden Samstag, 21. September. Um 18 Uhr geht’s gegen die HSG Lauffen-Neipperg, ausgetragen wird die Partie in der Lauffener Sporthalle, die das Navi in der Charlottenstraße findet.

SC Korb: Nina Meier, Ina Reinhardt; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister, Sarah Meier (1/1), Jessica Krug (6), Julia Zerweck (5/4), Helena Merkle (2), Annika Kögel (1), Marina Tonne (3), Jacqueline Heil (4), Sina Raml, Jessica Cyklarz (9).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Ann-Kathrin Heil, Heike Kranacher.

SV Kornwestheim: Luana Seiler, Alisa Torkler (9), Daniela Bahmann (5/1), Marei Weiß (5/1), Rebecca Hald (3/3), Kim Callan, Nadine Richter (2), Eva Bäuerle, Tanja Bahmann (6), Helena Georgoudis (1), Amelie Haug (1), Nina Rück, Romina Holzer, Lilli Paul.
Auf der Bank: Hannes Diller, Nina Haug, Ann-Katrin Schmid.

Bilder Veit Hoffmann

07.09.2019 TV Obertürkheim – SC Korb 21:31 (9:15)

So soll’s sein

Wenn Du im ersten Spiel unter echten Wettkampfbedingungen schon alles zeigst, was Du drauf hast, ist in der Vorbereitung vermutlich was falsch gelaufen. Weil Frühform in aller Regel schon an Weihnachten in der Talsohle nadelt.

Wenn Du zum Saisonauftakt nichts andeuten kannst von dem, was in der Mannschaft steckt, war die Vorbereitung eher nicht der Mühe wert. Weil nichts wachsen kann auf einem Acker, auf dem nichts ausgesät wurde.

So gesehen scheinen Trainerinnen und Spielerinnen der Korber Landesliga-Mannschaft bis hierhin alles richtig gemacht zu haben: Beim Pokalspiel in Obertürkheim zeigte die Mannschaft sehenswerte Ansätze, bestätigte spielerische und taktische Weiterentwicklung und ließ erkennen, dass mit dem Ende der Vorbereitung noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Zur Mittagszeit ein Trainingsspiel in Winterbach, am frühen Abend das Pokalspiel in Obertürkheim – easy going war und ist im Lager der SC-Handballerinnen eine Woche vor dem Punktspiel-Auftakt nicht angesagt. Wobei von Belastung oder gar Überlastung nichts zu sehen war im Pokalspiel. Auch was die körperliche Ertüchtigung angeht, scheint Trainerin Britta Küchler auf der richtigen Vorbereitungs-Spur unterwegs gewesen zu sein.

Zugegeben: Ein Vergleich unter Landesligisten spielt sich anders als die Partie bei den klassen-niedrigeren Obertürkheimerinnen. Aber dass die Korber Mannschaft, auch dank der Neuzugänge, an Qualität zugelegt hat, war nicht zu übersehen.

Eine Qualität, die zum Beispiel einige Varianten in der Abwehr erlaubt. Von streng defensiv bis munter offensiv haben die Korberinnen einige Antworten auf die Aufgaben parat, die ihnen die gegnerischen Angriffsreihen in der Landesliga stellen werden.

Ihrerseits werden auch die SC-Aktricen nach vorne nicht eingleisig auf Tour gehen. Torgefahr geht von vielen Postionen aus und mit dem Versuch, eine oder zwei Spielerinnen und damit das gesamte Korber Spiel auszuknipsen, werden die Mitbewerber eher seltener Erfolg zeitigen. Weil die Weiterentwicklung nicht nur in die Spitze, sondern auch in die Breite stattgefunden hat.

Daraus resultierte in Obertürkheim unter anderem einige Konstanz. Komplett-Durchhänger jedenfalls waren nicht zu erkennen. Mag sein, dass 21 Gegentore ein paar zu viel sind. Vorne können die Korberinnen sicherlich noch mehr schüren, auf dass der Druck im Kessel steigt. Aber was an Tempo, Varianten und Gegenstößen schon mal aufs Parkett gepackt wurde, sorgte zumindest für Vorfreude.

Die darf andauern bis Samstag, 14. September. Dann wird’s, um 18 Uhr, zum ersten Mal Landesliga-ernst für die Korber Frauen. In der Ballspielhalle gegen den SV Kornwestheim.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema; Marina Tonne, Christina Silcher, Jessica Krug, Jacqueline Heil, Jessica Cyklarz, Annika Kögel, Julia Zerweck, Helena Merkle, Verena Wollensak, Sina Raml, Emily Schiermeister, Sarah Meier.
Auf der Bank: Britta Küchler, Heike Kranacher, Nina Franck, Ann-Kathrin Heil.

P.S.: Eine Statistik der Torschützinnen gibt’s leider nicht. Das Tablet am Obertürkheimer Spielgerichtstisch lieferte nur Sperenzchen und vom händisch geführten Spielbericht alter Schule gab’s keine Kopie.

Bilder Veit Hoffmann

23.06.2019: Lauf in die Sonne

Schwestern, zur Sonne, zum Laufen

5,8 Kilometer werden offiziell beurkundet. Auch wenn das eine oder andere technische Handgelenkswunderwerk um die sechs Kilometer zifferte. Sei’s drum: 5800 Meter - das sind 14 und eine halbe Stadionrunde. Und 800 Meter mehr als Dieter Baumann weiland bis zur Goldmedaille laufen musste. Wobei der heutige Kabarettist damals eine topfebene Rennstrecke unter die Laufschuhe nehmen durfte, deren Streckenführung ihm außerdem durchaus geläufig war.

So gesehen hatten die Korber Handballfrauen beim Nellmersbacher „Lauf in die Sonne“ dem Olympiasieger nicht nur die 800 Meter voraus. Sondern auch die Tatsache, dass die meisten von ihnen das Rauf-und-Runter, Links-und-Rechts, Matsch-und-Trocken der Strecke nicht studiert hatten, sondern gleich unter Wettkampfbedingungen kennen lernten.

Zwölf Spielerinnen und zwei Trainerinnen stellten zu früher Morgenstunde Ausdauerwerte und Leistungsfähigkeit auch ohne Ball unter Beweis. Nicht ganz überraschend schwebte das blau-gelbe Laufwunder, Jessica Cyklarz also, als erste Korberin durchs Ziel. Gesamtgewertet als zweite Frau des Sonnenlaufs überhaupt und als Siegerin in der Klasse W35. Und für die, die es genau nehmen und/oder wissen wollen: Jessi spulte die Strecke in 33:32,04 Minuten ab.

Lange indes blieb die Running-Queen nicht ohne Korber Gesellschaft im Zielraum. Alle anderen Mannschaftskameradinnen ließen sich ebensowenig lumpen, legten flotte Sohlen aufs Geläuf und jubilierten anerkennenswerte Zeiten in die Statistiken. Verbunden mit prächtigen Platzierungen.

Jessica Krug (35:23,59) drückte der Klasse W20 ihren Stempel als Siegerin auf und grüßt mit dieser Leistung von Platz sechs der Gesamtwertung. Wobei sich in dieser Gegend der läuferischen Leistungsschau ein regelrechtes Korber Paket findet. Geschnürt auch von Sina Raml (35:38,62) auf Sieben und Verena Wollensak (35:38,93) als Achte. Co-Trainerin Heike Kranacher (38:58,90) ließ - ganz Sportsfrau - einer Mitbewerberin den Vortritt und spurtete in W50 damit als Zweite über die Ziellinie.

Für die vollbrachten Taten gab’s anschließend ein gemeinschaftliches Frühstück, das die Veranstalter von den Leutenbacher Hot Socks in der Gemeindehalle vorbereitet hatten. Womit sie sich berechtigte Komplimente – nicht nur aus der Korber Ecke – ebenso verdienten wie für die gelungene Organisation des sonnigen Morgenlaufs insgesamt.

Bilder Veit Hoffmann

11./12.06.2019 Trainingsauftakt

Mit Freude in die neue, die Landesliga-Saison

Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,

Soll das Werk den Meister loben;
Doch der Segen kommt von oben.

Er hat zwar familiäre Wurzeln in Bittenfeld, der gute alte Schiller. Aber von Frauenhandball hatte er keine Ahnung. Was nicht verwundert: In Bittenfeld gab’s zu des Dichterfürsten Zeiten keinen Frauenhandball. Übrigens auch heute nicht. Da ist Korb den benachbarten Freunden um Längen voraus. In Tradition ebenso wie in Leistung.

Langen Wort-Schwurbels kurzer Sinn: Der Schweiß rinnt wieder, bei den Korber Frauen, die sich mittlerweile in die Landesliga gemeistert haben. In der Tat tropft’s auch von der Stirn – aber beileibe nicht nur. Und der Segen fürs lobenswerte Werk kommt nicht von oben, sondern aus der Mannschaft selbst. Die jetzt die Vorbereitung auf die neue Saison und die neue Spielklasse aufgenommen hat.

Britta Küchler ist eine Trainerin der klaren Worte ebenso wie der leisen Töne. Sie sagt deutlich an, wo’s lang geht, aber Kasernenhof-Ton ist ihre Sache nicht. Vielleicht liegt darin begründet, dass auch in den Trainingsstunden, die schon mal ans Eingemachte gehen, viel gelacht wird beim schweißtreibenden Tun.

Wobei die doppelte Aufstiegs-Britta schon in den Übungs-Aufgalopp zur Spielzeit 19/20 all die Bestandteile gepackt hat, die es später dann in den punkteträchtigen Wettkämpfen der Edlen braucht: Kraft, Ausdauer, Tempo, Koordination, Ballfertigkeit.

Nicht zu vergessen die zwei Komponenten, die den Unterschied ausmachen können, wenn’s fitzelt – Spaß am Spiel und Mannschaftsgeist. Davon haben die Korberinnen einiges zu bieten. Das galt für die zurückliegenden Spielzeiten und das gilt, den ersten Trainingseindrücken nach zu urteilen, auch für die kommenden Abenteuerreisen in der weiten Handball-Welt.

Besetzt ist die Mannschaft dabei mit vielen geschätzt-bekannten Gesichtern. Und auch neuen. Helena Merkle und Julia Zerweck zum Beispiel. Sie kommen vom seitherigen Bezirksliga-Mitbewerber SV Fellbach unter den Kopf.

Wobei der Wechsel für Julia ein bisschen was von back-to-the-roots besitzt. Ihre Eltern, Gaby und Thomas, haben weiland an der Korber Handball-Geschichte mitgeschrieben. Julia fühlt sich vor allem auf den Rückraumpositionen heimisch. Helena ihrerseits ist gelernte Linksaußen, die möglicherweise im handballerischen Zweitberuf auch am Kreis tätig werden wird.

Wie im richtigen Leben gibt’s indes auch im Handball-Kosmos Abschieds-Momente. Anna Schwender, eine der Leistungsträgerinnen aus den beiden Meisterschafts-Spielzeiten, hat schweren Herzens Tschüss gesagt. Sport in Korb und Studium auswärts ließen sich nicht mehr in Einklang bringen.

Ebenfalls berufshalber kürzer treten muss Marina Tonne. Sie wird zumindest in der ersten Saisonhälfte höchstens kaum für ihr Team auflaufen können.

Nicht mehr dabei sein wird schließlich auch Helen Diener. Sie spielt künftig in Schwaikheimer Farben.

Alle anderen Bienen bleiben im blau-gelben Stock. Guten Willens, in der neuen sportlichen Umgebung manchen Stich zu setzen. Britta Küchler jedenfalls redet auch in diesem Zusammenhang nicht lange drumrum: „Wir wollen weiterhin jedes Spiel gewinnen.“ Wohlwissend, dass es in der Landesliga gelegentlich mal anders kommen kann.

Dass sich diese Momente jedoch in überschaubaren Grenzen halten, daran arbeiten Britta, die weiteren Drei vom Trainerteam - Nina Franck, Gaby Hammer, Heike Kranacher - und natürlich alle Spielerinnen schon jetzt mit beeindruckender Einsatzfreude. Auf dass die gesamte Truppe 2019/2020 dem treuen Korber Anhang ebenso viel Freude bereiten kann.

Bilder Veit Hoffmann

Saisonabschlussfahrt 2019

Durchs wilde Elsaß

Die gut Archivierten und Dokumentierten unter uns werden sich, ebenso wie die mit dem leistungsstarken Gedächtnis, erinnern: Im vergangenen Jahr begingen die Korber Frauen den damaligen Aufstieg in die Bezirksliga mit einer Ausfahrt ins Alpine. Um den SC zu ehren und zu preisen, erklommen sie Gipfel und bewältigten Routen, auf denen vor ihnen nur Reinhold Messner Spuren hinterlassen hatte.

Heuer galt’s, eine erneute Meisterschaft, dieses Mal mit dem Hupf in die Landesliga verbunden, durch eine Schlussfahrt zu würdigen. Ins wilde Elsaß stießen Spielerinnen und Trainerinnen vor. Weil Sport ja auch was Völkerverständigendes an sich hat, solch einem Vorstoß ins sprachliche, kulturelle und kulinarische Unbekannte aber auch was stark Mannschaftsgeistiges inne wohnt.

Die Idee darf als prächtig in die Tat umgesetzt und der Vorsatz als gelungenst verwirklicht beschrieben werden. Beim gemeinsamen Grill-Abenteuer gab’s auch für die Phantasie bei der Gestaltung aufregender Flüssigkeiten keine Grenzen. Ausflüge in örtlich-einheimische Lokalitäten erfolgten in weltfrauischer Grandezza. Und die gemeinschaftlichen Spiele, die begleitet wurden von ebenso klugen wie erheiternden Kommentaren, gewannen immer die Sieger.

Eines Schlussfahrt-Tages Stunden vergingen in ihrem Flug auf baden-württembergischen Boden. Im Europa-Park (der Chronist hat gleich mal eine alte Scheibe enstaubt – Neil Young, „Rust never sleeps“) waren die Bienen nicht nur orts- sondern auch zeitgleich mit dem Fußballspieler Franck Ribéry unterwegs. Die Korber Mädchen, es sei fake-frei und kommentarlos dahin notiert, sorgten für mehr Aufmerksamkeit. Und dass das Park-Management sich im Internet bislang nur beim Kick-Bolzen für den Besuch bedankt hat und noch nicht bei den Handball-Zauberinnen, ist sicher nur als lässliche Unterlassung zu bewerten, die noch korrigiert wird.

Zwischenzeitlich ist die Reisegesellschaft wohlbehalten und um einige Lebenserfahrungen reicher ins Heimische zurück gekehrt. Am 11. Juni, der direkt auf einen Dienstag fällt, nimmt das Team Training und Vorbereitung der neuen Saison auf. Damit’s auch im 2020er Jahr Anlass gibt für eine weitere Schlussfahrt. Mit viel Stoff für die Legendenbildung.

Bilder Mannschaft

20.04.2019 ZVW Presse
Die Korber „Bienen“ fliegen in die Landesliga

Die Bezirksliga ist für die Frauen des SC nach dem Aufstieg aus der Bezirksklasse lediglich eine Durchgangsstation
 

Nach dem verlustpunktfreien Aufstieg aus der Bezirksklasse in der Saison 2017/2018 haben sich die Handballerin- nen des SC Korb in der vergangenen Spielzeit ebenso souverän die Meister- schaft in der Bezirksliga gesichert.
„Wir hatten uns keine Ziele gesetzt“, sagt die Korber Trainerin Britta Küch- ler. „Wir wollten einfach nur gescheit Handball spielen.“

Ansehnlich war der Handball zweifelsohne – und überaus erfolgreich obendrein. Die Bilanz jedenfalls lässt sich mehr als sehen: Nachdem die Korber „Bienen“ in der Bezirksklasse fleißig alle verfügbaren Punkte eingesammelt und den Aufstieg mit 36:0 Punkten drei Spieltage vor Saisonschluss perfekt gemacht hatten, hielt die Siegesserie auch in der höchsten Spielklasse des Bezirks lange an.
 
Am vierten Spieltag gab’s beim 19:19 beim MTV Stuttgart den ersten Punktverlust nach 21 Siegen in Serie. „Das hat uns schon eine Weile beschäftigt“, sagt die Trainerin Britta Küchler, die zusammen mit der Co-Trainerin Heike Kranacher und Nina Franck in der sportlichen Verantwortung steht. Mit dem letzten Angriff kassierte der SCK – per Freiwurf – den Ausgleich. Schon im darauffolgenden Spiel indes stachen die Bienen aber wieder zu und deklassierten die SG Schorndorf II mit 40:19.
 
Serie endet: Erste Niederlage nach 34 Spielen Zum ersten Mal gänzlich leer aus ging das Team am vorletzten Spieltag beim 22:29 bei der Hbi Weilimdorf/Feuerbach. Saisonübergreifend war der SCK zuvor in 34 Spielen ungeschlagen geblieben. In Feuerbach war dem SCK der Titel aber nicht mehr zu nehmen: Im viertletzten Spiel hatten die Korberinnen mit dem 27:19-Sieg gegen den MTV Stuttgart den Deckel draufgemacht.
 
Ein bisschen vorgefeiert hat die Mannschaft im Spiel davor. „Von der Emotionalität her war das Spiel in Schwaikheim das beste“, sagt Küchler. Ersatzgeschwächt musste der SCK beim härtesten Meisterschafts-Konkurrenten antreten und lag zwischenzeitlich mit sechs Toren im Hintertreffen. „Ich hatte das Spiel schon abgehakt“, sagt Küchler. Etwas voreilig – wobei die Trainerin ihre Spielerinnen eigentlich hätte kennen müssen. Die erinnerten sich offensichtlich an das Motto, das Britta Küchler vor der Saison ausgegeben hatte: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Also drehte der SCK die Partie zum 25:23-Sieg.
 
Der eine oder andere hatte den Korberinnen nach dem lockeren Aufstieg in die Bezirksliga den Durchmarsch in die Landesliga zugetraut. Schließlich standen etliche Spielerinnen im Kader, die schon höherklassig am Ball waren. Die Schwestern Jessica und Melanie Cyklarz beispielsweise oder Jessica Krug. Das Meisterteam der Bezirksklasse blieb fast geschlossen beisammen, Annika Kögel kehrte nach überstandenem Kreuzbandriss zurück in den Kader. „Wir wussten aber wirklich nicht, was uns in der Bezirksliga erwartet“, sagt Küchler. Sie habe keine Kenntnis über die Spielstärke der Liga gehabt. „Und Spiele haben wir uns im Vorfeld nicht angesehen.“
 
Im ersten Saisonspiel siegte Korb mit 25:22 bei den Stuttgarter Kickers. Der stieg zusammen mit dem SCK auf und taugte deshalb nicht als Maßstab für die Liga. Ein bisschen schlucken mussten Küchler und Kranacher, als sie vom 34:6-Auftaktsieg der mitfavorisierten SF Schwaikheim II in Schorndorf hörten. Wie sich im Laufe der Saison herausstellte, war die SG II nicht konkurrenzfähig und musste absteigen.
 
Rasch kristallisierte sich heraus, dass auch in der Bezirksliga die Meisterschaft nur über den SC Korb gehen würde. „Im Januar haben wir uns erstmals mit dem Thema Aufstieg beschäftigt“, so Küchler. Zwangsläufig, bei der Bilanz von 19:1 Punkten. Im letzten Spiel vor Weihnachten gegen die Stuttgarter Kickers bogen die Korberinnen einen Acht-Tore-Rückstand in den 19:18-Sieg um. „Der enorme Kampfgeist hat unsere Spielerinnen über die gesamte Saison hinweg ausgezeichnet“, sagt Küchler. „Wenn der Schiedsrichter das Spiel nicht beendet, machen sie immer noch weiter.“
 
Ganz neu ist die Landesliga für den SC Korb nicht. Im Jahr 2001 war der SCK, mit Heike Kranacher, in diese Spielklasse aufgestiegen. Dieter Cramer führte den SCK 2013 von der Landesliga in die Württembergliga und schließlich in die Baden-Württemberg-Oberliga. Die Korber Erfolgsgeschichte erreichte in der Saison 2016/2017 ihren vorläufigen Höhepunkt: Unter dem Trainer Jürgen Krause schaffte der SCK den Aufstieg in die 2. Bundesliga – mit Heike Kranacher als Co-Trainerin und Britta Küchler als Physiotherapeutin und Betreuerin. Weil die 2. Liga für den kleinen SC Korb eine Nummer zu groß war, wurde die Spielgemeinschaft mit dem VfL Waiblingen ins Leben gerufen. Die FSG ist mittlerweile Geschichte, beide Vereine gehen wieder getrennte Wege. Während der Zweitligist VfL große Ambitionen hat und den Aufstieg in die erste Liga anpeilt, geht’s beim SCK gemütlicher zu. „Wir sind jetzt wieder ein Dorfverein“, sagt Küchler. „Es zählt bei uns in erster Linie der Wohlfühlfaktor.“
 
Dass dieser beim einen oder anderen Erfolg höher ist, dürfte unbestritten sein. So möchten die Korberinnen auch eine Klasse höher die Gegner ärgern. „Wir sind eingespielt und haben gute Torhüterinnen“, sagt Küchler. „Falls es aber schiefgehen sollte, bricht für uns keine Welt zusammen.“
 
Das Meisterteam des SC Korb, hintere Reihe von links nach rechts: Trainerin Britta Küchler, Sarah Meier, Jacqueline Hellerich, Marina Tonne, Anna Schwender, Annika Kögel, Jessica Krug, Co-Trainerin Heike Kranacher, Co-Trainerin Nina Franck, Torwarttrainerin Gaby Hammer. Vorne von links nach rechts: Christina Silcher, Sina Raml, Nina Meier, Ann-Kathrin Heil, Ina Reinhardt, Melanie Cyklarz, Jessica Cyklarz. Es fehlen: Verena Wollensak, Helen Diener, Berivan Dilek, Arzu Kulpinari. Foto: Hoffmann