Presse Frauen Landesliga 2019/2020

23.06.2019: Lauf in die Sonne

Schwestern, zur Sonne, zum Laufen

5,8 Kilometer werden offiziell beurkundet. Auch wenn das eine oder andere technische Handgelenkswunderwerk um die sechs Kilometer zifferte. Sei’s drum: 5800 Meter - das sind 14 und eine halbe Stadionrunde. Und 800 Meter mehr als Dieter Baumann weiland bis zur Goldmedaille laufen musste. Wobei der heutige Kabarettist damals eine topfebene Rennstrecke unter die Laufschuhe nehmen durfte, deren Streckenführung ihm außerdem durchaus geläufig war.

So gesehen hatten die Korber Handballfrauen beim Nellmersbacher „Lauf in die Sonne“ dem Olympiasieger nicht nur die 800 Meter voraus. Sondern auch die Tatsache, dass die meisten von ihnen das Rauf-und-Runter, Links-und-Rechts, Matsch-und-Trocken der Strecke nicht studiert hatten, sondern gleich unter Wettkampfbedingungen kennen lernten.

Zwölf Spielerinnen und zwei Trainerinnen stellten zu früher Morgenstunde Ausdauerwerte und Leistungsfähigkeit auch ohne Ball unter Beweis. Nicht ganz überraschend schwebte das blau-gelbe Laufwunder, Jessica Cyklarz also, als erste Korberin durchs Ziel. Gesamtgewertet als zweite Frau des Sonnenlaufs überhaupt und als Siegerin in der Klasse W35. Und für die, die es genau nehmen und/oder wissen wollen: Jessi spulte die Strecke in 33:32,04 Minuten ab.

Lange indes blieb die Running-Queen nicht ohne Korber Gesellschaft im Zielraum. Alle anderen Mannschaftskameradinnen ließen sich ebensowenig lumpen, legten flotte Sohlen aufs Geläuf und jubilierten anerkennenswerte Zeiten in die Statistiken. Verbunden mit prächtigen Platzierungen.

Jessica Krug (35:23,59) drückte der Klasse W20 ihren Stempel als Siegerin auf und grüßt mit dieser Leistung von Platz sechs der Gesamtwertung. Wobei sich in dieser Gegend der läuferischen Leistungsschau ein regelrechtes Korber Paket findet. Geschnürt auch von Sina Raml (35:38,62) auf Sieben und Verena Wollensak (35:38,93) als Achte. Co-Trainerin Heike Kranacher (38:58,90) ließ - ganz Sportsfrau - einer Mitbewerberin den Vortritt und spurtete in W50 damit als Zweite über die Ziellinie.

Für die vollbrachten Taten gab’s anschließend ein gemeinschaftliches Frühstück, das die Veranstalter von den Leutenbacher Hot Socks in der Gemeindehalle vorbereitet hatten. Womit sie sich berechtigte Komplimente – nicht nur aus der Korber Ecke – ebenso verdienten wie für die gelungene Organisation des sonnigen Morgenlaufs insgesamt.

Bilder Veit Hoffmann

11./12.06.2019 Trainingsauftakt

Mit Freude in die neue, die Landesliga-Saison

Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,

Soll das Werk den Meister loben;
Doch der Segen kommt von oben.

Er hat zwar familiäre Wurzeln in Bittenfeld, der gute alte Schiller. Aber von Frauenhandball hatte er keine Ahnung. Was nicht verwundert: In Bittenfeld gab’s zu des Dichterfürsten Zeiten keinen Frauenhandball. Übrigens auch heute nicht. Da ist Korb den benachbarten Freunden um Längen voraus. In Tradition ebenso wie in Leistung.

Langen Wort-Schwurbels kurzer Sinn: Der Schweiß rinnt wieder, bei den Korber Frauen, die sich mittlerweile in die Landesliga gemeistert haben. In der Tat tropft’s auch von der Stirn – aber beileibe nicht nur. Und der Segen fürs lobenswerte Werk kommt nicht von oben, sondern aus der Mannschaft selbst. Die jetzt die Vorbereitung auf die neue Saison und die neue Spielklasse aufgenommen hat.

Britta Küchler ist eine Trainerin der klaren Worte ebenso wie der leisen Töne. Sie sagt deutlich an, wo’s lang geht, aber Kasernenhof-Ton ist ihre Sache nicht. Vielleicht liegt darin begründet, dass auch in den Trainingsstunden, die schon mal ans Eingemachte gehen, viel gelacht wird beim schweißtreibenden Tun.

Wobei die doppelte Aufstiegs-Britta schon in den Übungs-Aufgalopp zur Spielzeit 19/20 all die Bestandteile gepackt hat, die es später dann in den punkteträchtigen Wettkämpfen der Edlen braucht: Kraft, Ausdauer, Tempo, Koordination, Ballfertigkeit.

Nicht zu vergessen die zwei Komponenten, die den Unterschied ausmachen können, wenn’s fitzelt – Spaß am Spiel und Mannschaftsgeist. Davon haben die Korberinnen einiges zu bieten. Das galt für die zurückliegenden Spielzeiten und das gilt, den ersten Trainingseindrücken nach zu urteilen, auch für die kommenden Abenteuerreisen in der weiten Handball-Welt.

Besetzt ist die Mannschaft dabei mit vielen geschätzt-bekannten Gesichtern. Und auch neuen. Helena Merkle und Julia Zerweck zum Beispiel. Sie kommen vom seitherigen Bezirksliga-Mitbewerber SV Fellbach unter den Kopf.

Wobei der Wechsel für Julia ein bisschen was von back-to-the-roots besitzt. Ihre Eltern, Gaby und Thomas, haben weiland an der Korber Handball-Geschichte mitgeschrieben. Julia fühlt sich vor allem auf den Rückraumpositionen heimisch. Helena ihrerseits ist gelernte Linksaußen, die möglicherweise im handballerischen Zweitberuf auch am Kreis tätig werden wird.

Wie im richtigen Leben gibt’s indes auch im Handball-Kosmos Abschieds-Momente. Anna Schwender, eine der Leistungsträgerinnen aus den beiden Meisterschafts-Spielzeiten, hat schweren Herzens Tschüss gesagt. Sport in Korb und Studium auswärts ließen sich nicht mehr in Einklang bringen.

Ebenfalls berufshalber kürzer treten muss Marina Tonne. Sie wird zumindest in der ersten Saisonhälfte höchstens kaum für ihr Team auflaufen können.

Nicht mehr dabei sein wird schließlich auch Helen Diener. Sie spielt künftig in Schwaikheimer Farben.

Alle anderen Bienen bleiben im blau-gelben Stock. Guten Willens, in der neuen sportlichen Umgebung manchen Stich zu setzen. Britta Küchler jedenfalls redet auch in diesem Zusammenhang nicht lange drumrum: „Wir wollen weiterhin jedes Spiel gewinnen.“ Wohlwissend, dass es in der Landesliga gelegentlich mal anders kommen kann.

Dass sich diese Momente jedoch in überschaubaren Grenzen halten, daran arbeiten Britta, die weiteren Drei vom Trainerteam - Nina Franck, Gaby Hammer, Heike Kranacher - und natürlich alle Spielerinnen schon jetzt mit beeindruckender Einsatzfreude. Auf dass die gesamte Truppe 2019/2020 dem treuen Korber Anhang ebenso viel Freude bereiten kann.

Bilder Veit Hoffmann