Presse Frauen Landesliga 2019/2020

14.09.2019: SC Korb – SV Kornwestheim 31:32 (14:18)

Die Qualität ist vorhanden

Die Lehrhaftigkeit aus Spiel eins in der Landesliga: Die Korber Frauen können mithalten. Leicht werden es ihnen die kommenden Gegnerinnen nicht machen. Aber wenn sie es nicht auch noch selbst erschweren, werden die Bienen aus den nächsten Spielen alsbald mehr mitnehmen als das Kompliment, unverdrossen, nimmermüd und beeindruckend eine Partie zu einem Zeitpunkt fast noch gedreht zu haben als auch die Edelsten unter den Fans kaum mehr dran glauben mochten.

In der Landesliga wird schneller gespielt, härter und taktisch abgeschlagener. Damit hatten die Aufsteigerinnen aus Korb rechnen können und darauf waren sie eingestellt. Dass sie sich zu Beginn einer Partie erstmal endgültig wachschütteln müssen, ist eine Eigenart, die schon in Bezirksklasse und -Liga gepflegt wurde.

Wobei zugegebenerweise bis zur Wachphase weniger Spielzeit verstrich als früher schon erlebt. Bis zum ersten Korber Landesliga-Tor brauchte es gerade mal eineinhalb Minuten. Jessica Cyklarz war’s, die traf und so etwas wie Familien-Tradition schuf: In der letzten, der Bezirksliga-Saison hatte ihre Schwester Melanie, die aus freudigen Gründen in dieser Runde aussetzt, das erste Korber Tor beurkundet.

Damit indes zurück in die Gegenwart. Es hob an ein munteres Tore-Werfen, begünstigt durch Abwehrreihen beiderseits, die sich ihren richtig guten Tag für eine andere Begegnung zu bewahren schienen. Jessica Krug, Julia Zerweck und Marina Tonne erinnerten sich aller guten Dinge und sorgten bis zur 14. Minute dreimal für eine Korber Führung (7:6, 8:7, 9:8).

Danach indes rumpelte es hauptsächlich im SC-Karton. Bis zur Pause machten sich die Kornwestheimerinnen auf ein 18:14 davon. Begünstigt durch einen Korber Angriff, in dem sich das häufte, was ein sprachgewandter Tennis-Kommentator gerne als „unforced error“ beschreibt.

Erschwerend hinzu kam aus Korber Sicht, dass die Abwehr etwas grobmaschig gewirkt war. Was den Kornwestheimer Angreiferinnen das eine oder andere Mal zielführend entgegenkam. Weil die Korberinnen ihrerseits dem Angriff nicht entgegenkamen.

Eine Tendenz, die auch in Hälfte zwei fürs Erste Fortsetzung fand. 22:29 lagen die Bienen in der 44. Minute zurück. Und hinter manch gefurchter Anhänger-Stirn mag sich zu diesem Zeitpunkt das Wörtchen „Lehrgeld“ eingenistet haben.

Aber he: Da ist immer noch die leidenschaftliche Korber Auf-geht’s-Einstellung, die zweierlei besagt: Erstens, dass sich eine SC-Mannschaft weder durch gegnerische Stäkre noch durch eigene Schwächephasens davon abbringen lässt, alles zu geben. Und zweitens, dass ein Spiel – Floskel hin, Phrasenschwein her – erst nach 60 Minuten zu Ende ist und nicht schon in der 44.

Jessica Cyklarz, Jacqueline Heil und Jessica Krug gingen voran und die ganze Mannschaft zog mit. Das Abwehr-Netz ward enger geknüpft und im Angriff ließ die Fehlerquote dank verstärkter Konzentration bei Pass wie Wurf erkenn- und zählbar nach.

40 Sekunden vor Schluss, nach einem Strafwurferfolg von Julia Zerweck, hatte der SC Korb einen Punktgewinn beim 31:32 schon greifbar. Dass er ihnen doch noch entglitt, müssen sich die Spielerinnen nicht selbst ankreiden. Zweimal kamen sie in Ballbesitz, zweimal ließ ein Pfiff von Video-Beweis-Qualität die Blütenträume welken.

Das Fazit aus der ersten Partie in der neuen Klasse: Die Korberinnen bringen die Qualität mit, um dagegen zu halten. Und weil sich an Abwehrverbund, technischen Fehlern und Wurfverhalten arbeiten lässt, haben sie es durchaus selbst in der Hand, künftig auch erfolgreich zu agieren.

Die nächste Möglichkeit dafür schafft der Spielplan am kommenden Samstag, 21. September. Um 18 Uhr geht’s gegen die HSG Lauffen-Neipperg, ausgetragen wird die Partie in der Lauffener Sporthalle, die das Navi in der Charlottenstraße findet.

SC Korb: Nina Meier, Ina Reinhardt; Verena Wollensak, Christina Silcher, Emily Schiermeister, Sarah Meier (1/1), Jessica Krug (6), Julia Zerweck (5/4), Helena Merkle (2), Annika Kögel (1), Marina Tonne (3), Jacqueline Heil (4), Sina Raml, Jessica Cyklarz (9).
Auf der Bank: Britta Küchler, Nina Franck, Ann-Kathrin Heil, Heike Kranacher.

SV Kornwestheim: Luana Seiler, Alisa Torkler (9), Daniela Bahmann (5/1), Marei Weiß (5/1), Rebecca Hald (3/3), Kim Callan, Nadine Richter (2), Eva Bäuerle, Tanja Bahmann (6), Helena Georgoudis (1), Amelie Haug (1), Nina Rück, Romina Holzer, Lilli Paul.
Auf der Bank: Hannes Diller, Nina Haug, Ann-Katrin Schmid.

Bilder Veit Hoffmann

07.09.2019 TV Obertürkheim – SC Korb 21:31 (9:15)

So soll’s sein

Wenn Du im ersten Spiel unter echten Wettkampfbedingungen schon alles zeigst, was Du drauf hast, ist in der Vorbereitung vermutlich was falsch gelaufen. Weil Frühform in aller Regel schon an Weihnachten in der Talsohle nadelt.

Wenn Du zum Saisonauftakt nichts andeuten kannst von dem, was in der Mannschaft steckt, war die Vorbereitung eher nicht der Mühe wert. Weil nichts wachsen kann auf einem Acker, auf dem nichts ausgesät wurde.

So gesehen scheinen Trainerinnen und Spielerinnen der Korber Landesliga-Mannschaft bis hierhin alles richtig gemacht zu haben: Beim Pokalspiel in Obertürkheim zeigte die Mannschaft sehenswerte Ansätze, bestätigte spielerische und taktische Weiterentwicklung und ließ erkennen, dass mit dem Ende der Vorbereitung noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Zur Mittagszeit ein Trainingsspiel in Winterbach, am frühen Abend das Pokalspiel in Obertürkheim – easy going war und ist im Lager der SC-Handballerinnen eine Woche vor dem Punktspiel-Auftakt nicht angesagt. Wobei von Belastung oder gar Überlastung nichts zu sehen war im Pokalspiel. Auch was die körperliche Ertüchtigung angeht, scheint Trainerin Britta Küchler auf der richtigen Vorbereitungs-Spur unterwegs gewesen zu sein.

Zugegeben: Ein Vergleich unter Landesligisten spielt sich anders als die Partie bei den klassen-niedrigeren Obertürkheimerinnen. Aber dass die Korber Mannschaft, auch dank der Neuzugänge, an Qualität zugelegt hat, war nicht zu übersehen.

Eine Qualität, die zum Beispiel einige Varianten in der Abwehr erlaubt. Von streng defensiv bis munter offensiv haben die Korberinnen einige Antworten auf die Aufgaben parat, die ihnen die gegnerischen Angriffsreihen in der Landesliga stellen werden.

Ihrerseits werden auch die SC-Aktricen nach vorne nicht eingleisig auf Tour gehen. Torgefahr geht von vielen Postionen aus und mit dem Versuch, eine oder zwei Spielerinnen und damit das gesamte Korber Spiel auszuknipsen, werden die Mitbewerber eher seltener Erfolg zeitigen. Weil die Weiterentwicklung nicht nur in die Spitze, sondern auch in die Breite stattgefunden hat.

Daraus resultierte in Obertürkheim unter anderem einige Konstanz. Komplett-Durchhänger jedenfalls waren nicht zu erkennen. Mag sein, dass 21 Gegentore ein paar zu viel sind. Vorne können die Korberinnen sicherlich noch mehr schüren, auf dass der Druck im Kessel steigt. Aber was an Tempo, Varianten und Gegenstößen schon mal aufs Parkett gepackt wurde, sorgte zumindest für Vorfreude.

Die darf andauern bis Samstag, 14. September. Dann wird’s, um 18 Uhr, zum ersten Mal Landesliga-ernst für die Korber Frauen. In der Ballspielhalle gegen den SV Kornwestheim.

SC Korb: Nina Meier, Michaela Reemtsema; Marina Tonne, Christina Silcher, Jessica Krug, Jacqueline Heil, Jessica Cyklarz, Annika Kögel, Julia Zerweck, Helena Merkle, Verena Wollensak, Sina Raml, Emily Schiermeister, Sarah Meier.
Auf der Bank: Britta Küchler, Heike Kranacher, Nina Franck, Ann-Kathrin Heil.

P.S.: Eine Statistik der Torschützinnen gibt’s leider nicht. Das Tablet am Obertürkheimer Spielgerichtstisch lieferte nur Sperenzchen und vom händisch geführten Spielbericht alter Schule gab’s keine Kopie.

Bilder Veit Hoffmann

23.06.2019: Lauf in die Sonne

Schwestern, zur Sonne, zum Laufen

5,8 Kilometer werden offiziell beurkundet. Auch wenn das eine oder andere technische Handgelenkswunderwerk um die sechs Kilometer zifferte. Sei’s drum: 5800 Meter - das sind 14 und eine halbe Stadionrunde. Und 800 Meter mehr als Dieter Baumann weiland bis zur Goldmedaille laufen musste. Wobei der heutige Kabarettist damals eine topfebene Rennstrecke unter die Laufschuhe nehmen durfte, deren Streckenführung ihm außerdem durchaus geläufig war.

So gesehen hatten die Korber Handballfrauen beim Nellmersbacher „Lauf in die Sonne“ dem Olympiasieger nicht nur die 800 Meter voraus. Sondern auch die Tatsache, dass die meisten von ihnen das Rauf-und-Runter, Links-und-Rechts, Matsch-und-Trocken der Strecke nicht studiert hatten, sondern gleich unter Wettkampfbedingungen kennen lernten.

Zwölf Spielerinnen und zwei Trainerinnen stellten zu früher Morgenstunde Ausdauerwerte und Leistungsfähigkeit auch ohne Ball unter Beweis. Nicht ganz überraschend schwebte das blau-gelbe Laufwunder, Jessica Cyklarz also, als erste Korberin durchs Ziel. Gesamtgewertet als zweite Frau des Sonnenlaufs überhaupt und als Siegerin in der Klasse W35. Und für die, die es genau nehmen und/oder wissen wollen: Jessi spulte die Strecke in 33:32,04 Minuten ab.

Lange indes blieb die Running-Queen nicht ohne Korber Gesellschaft im Zielraum. Alle anderen Mannschaftskameradinnen ließen sich ebensowenig lumpen, legten flotte Sohlen aufs Geläuf und jubilierten anerkennenswerte Zeiten in die Statistiken. Verbunden mit prächtigen Platzierungen.

Jessica Krug (35:23,59) drückte der Klasse W20 ihren Stempel als Siegerin auf und grüßt mit dieser Leistung von Platz sechs der Gesamtwertung. Wobei sich in dieser Gegend der läuferischen Leistungsschau ein regelrechtes Korber Paket findet. Geschnürt auch von Sina Raml (35:38,62) auf Sieben und Verena Wollensak (35:38,93) als Achte. Co-Trainerin Heike Kranacher (38:58,90) ließ - ganz Sportsfrau - einer Mitbewerberin den Vortritt und spurtete in W50 damit als Zweite über die Ziellinie.

Für die vollbrachten Taten gab’s anschließend ein gemeinschaftliches Frühstück, das die Veranstalter von den Leutenbacher Hot Socks in der Gemeindehalle vorbereitet hatten. Womit sie sich berechtigte Komplimente – nicht nur aus der Korber Ecke – ebenso verdienten wie für die gelungene Organisation des sonnigen Morgenlaufs insgesamt.

Bilder Veit Hoffmann

11./12.06.2019 Trainingsauftakt

Mit Freude in die neue, die Landesliga-Saison

Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,

Soll das Werk den Meister loben;
Doch der Segen kommt von oben.

Er hat zwar familiäre Wurzeln in Bittenfeld, der gute alte Schiller. Aber von Frauenhandball hatte er keine Ahnung. Was nicht verwundert: In Bittenfeld gab’s zu des Dichterfürsten Zeiten keinen Frauenhandball. Übrigens auch heute nicht. Da ist Korb den benachbarten Freunden um Längen voraus. In Tradition ebenso wie in Leistung.

Langen Wort-Schwurbels kurzer Sinn: Der Schweiß rinnt wieder, bei den Korber Frauen, die sich mittlerweile in die Landesliga gemeistert haben. In der Tat tropft’s auch von der Stirn – aber beileibe nicht nur. Und der Segen fürs lobenswerte Werk kommt nicht von oben, sondern aus der Mannschaft selbst. Die jetzt die Vorbereitung auf die neue Saison und die neue Spielklasse aufgenommen hat.

Britta Küchler ist eine Trainerin der klaren Worte ebenso wie der leisen Töne. Sie sagt deutlich an, wo’s lang geht, aber Kasernenhof-Ton ist ihre Sache nicht. Vielleicht liegt darin begründet, dass auch in den Trainingsstunden, die schon mal ans Eingemachte gehen, viel gelacht wird beim schweißtreibenden Tun.

Wobei die doppelte Aufstiegs-Britta schon in den Übungs-Aufgalopp zur Spielzeit 19/20 all die Bestandteile gepackt hat, die es später dann in den punkteträchtigen Wettkämpfen der Edlen braucht: Kraft, Ausdauer, Tempo, Koordination, Ballfertigkeit.

Nicht zu vergessen die zwei Komponenten, die den Unterschied ausmachen können, wenn’s fitzelt – Spaß am Spiel und Mannschaftsgeist. Davon haben die Korberinnen einiges zu bieten. Das galt für die zurückliegenden Spielzeiten und das gilt, den ersten Trainingseindrücken nach zu urteilen, auch für die kommenden Abenteuerreisen in der weiten Handball-Welt.

Besetzt ist die Mannschaft dabei mit vielen geschätzt-bekannten Gesichtern. Und auch neuen. Helena Merkle und Julia Zerweck zum Beispiel. Sie kommen vom seitherigen Bezirksliga-Mitbewerber SV Fellbach unter den Kopf.

Wobei der Wechsel für Julia ein bisschen was von back-to-the-roots besitzt. Ihre Eltern, Gaby und Thomas, haben weiland an der Korber Handball-Geschichte mitgeschrieben. Julia fühlt sich vor allem auf den Rückraumpositionen heimisch. Helena ihrerseits ist gelernte Linksaußen, die möglicherweise im handballerischen Zweitberuf auch am Kreis tätig werden wird.

Wie im richtigen Leben gibt’s indes auch im Handball-Kosmos Abschieds-Momente. Anna Schwender, eine der Leistungsträgerinnen aus den beiden Meisterschafts-Spielzeiten, hat schweren Herzens Tschüss gesagt. Sport in Korb und Studium auswärts ließen sich nicht mehr in Einklang bringen.

Ebenfalls berufshalber kürzer treten muss Marina Tonne. Sie wird zumindest in der ersten Saisonhälfte höchstens kaum für ihr Team auflaufen können.

Nicht mehr dabei sein wird schließlich auch Helen Diener. Sie spielt künftig in Schwaikheimer Farben.

Alle anderen Bienen bleiben im blau-gelben Stock. Guten Willens, in der neuen sportlichen Umgebung manchen Stich zu setzen. Britta Küchler jedenfalls redet auch in diesem Zusammenhang nicht lange drumrum: „Wir wollen weiterhin jedes Spiel gewinnen.“ Wohlwissend, dass es in der Landesliga gelegentlich mal anders kommen kann.

Dass sich diese Momente jedoch in überschaubaren Grenzen halten, daran arbeiten Britta, die weiteren Drei vom Trainerteam - Nina Franck, Gaby Hammer, Heike Kranacher - und natürlich alle Spielerinnen schon jetzt mit beeindruckender Einsatzfreude. Auf dass die gesamte Truppe 2019/2020 dem treuen Korber Anhang ebenso viel Freude bereiten kann.

Bilder Veit Hoffmann

Saisonabschlussfahrt 2019

Durchs wilde Elsaß

Die gut Archivierten und Dokumentierten unter uns werden sich, ebenso wie die mit dem leistungsstarken Gedächtnis, erinnern: Im vergangenen Jahr begingen die Korber Frauen den damaligen Aufstieg in die Bezirksliga mit einer Ausfahrt ins Alpine. Um den SC zu ehren und zu preisen, erklommen sie Gipfel und bewältigten Routen, auf denen vor ihnen nur Reinhold Messner Spuren hinterlassen hatte.

Heuer galt’s, eine erneute Meisterschaft, dieses Mal mit dem Hupf in die Landesliga verbunden, durch eine Schlussfahrt zu würdigen. Ins wilde Elsaß stießen Spielerinnen und Trainerinnen vor. Weil Sport ja auch was Völkerverständigendes an sich hat, solch einem Vorstoß ins sprachliche, kulturelle und kulinarische Unbekannte aber auch was stark Mannschaftsgeistiges inne wohnt.

Die Idee darf als prächtig in die Tat umgesetzt und der Vorsatz als gelungenst verwirklicht beschrieben werden. Beim gemeinsamen Grill-Abenteuer gab’s auch für die Phantasie bei der Gestaltung aufregender Flüssigkeiten keine Grenzen. Ausflüge in örtlich-einheimische Lokalitäten erfolgten in weltfrauischer Grandezza. Und die gemeinschaftlichen Spiele, die begleitet wurden von ebenso klugen wie erheiternden Kommentaren, gewannen immer die Sieger.

Eines Schlussfahrt-Tages Stunden vergingen in ihrem Flug auf baden-württembergischen Boden. Im Europa-Park (der Chronist hat gleich mal eine alte Scheibe enstaubt – Neil Young, „Rust never sleeps“) waren die Bienen nicht nur orts- sondern auch zeitgleich mit dem Fußballspieler Franck Ribéry unterwegs. Die Korber Mädchen, es sei fake-frei und kommentarlos dahin notiert, sorgten für mehr Aufmerksamkeit. Und dass das Park-Management sich im Internet bislang nur beim Kick-Bolzen für den Besuch bedankt hat und noch nicht bei den Handball-Zauberinnen, ist sicher nur als lässliche Unterlassung zu bewerten, die noch korrigiert wird.

Zwischenzeitlich ist die Reisegesellschaft wohlbehalten und um einige Lebenserfahrungen reicher ins Heimische zurück gekehrt. Am 11. Juni, der direkt auf einen Dienstag fällt, nimmt das Team Training und Vorbereitung der neuen Saison auf. Damit’s auch im 2020er Jahr Anlass gibt für eine weitere Schlussfahrt. Mit viel Stoff für die Legendenbildung.

Bilder Mannschaft

20.04.2019 ZVW Presse
Die Korber „Bienen“ fliegen in die Landesliga

Die Bezirksliga ist für die Frauen des SC nach dem Aufstieg aus der Bezirksklasse lediglich eine Durchgangsstation
 

Nach dem verlustpunktfreien Aufstieg aus der Bezirksklasse in der Saison 2017/2018 haben sich die Handballerin- nen des SC Korb in der vergangenen Spielzeit ebenso souverän die Meister- schaft in der Bezirksliga gesichert.
„Wir hatten uns keine Ziele gesetzt“, sagt die Korber Trainerin Britta Küch- ler. „Wir wollten einfach nur gescheit Handball spielen.“

Ansehnlich war der Handball zweifelsohne – und überaus erfolgreich obendrein. Die Bilanz jedenfalls lässt sich mehr als sehen: Nachdem die Korber „Bienen“ in der Bezirksklasse fleißig alle verfügbaren Punkte eingesammelt und den Aufstieg mit 36:0 Punkten drei Spieltage vor Saisonschluss perfekt gemacht hatten, hielt die Siegesserie auch in der höchsten Spielklasse des Bezirks lange an.
 
Am vierten Spieltag gab’s beim 19:19 beim MTV Stuttgart den ersten Punktverlust nach 21 Siegen in Serie. „Das hat uns schon eine Weile beschäftigt“, sagt die Trainerin Britta Küchler, die zusammen mit der Co-Trainerin Heike Kranacher und Nina Franck in der sportlichen Verantwortung steht. Mit dem letzten Angriff kassierte der SCK – per Freiwurf – den Ausgleich. Schon im darauffolgenden Spiel indes stachen die Bienen aber wieder zu und deklassierten die SG Schorndorf II mit 40:19.
 
Serie endet: Erste Niederlage nach 34 Spielen Zum ersten Mal gänzlich leer aus ging das Team am vorletzten Spieltag beim 22:29 bei der Hbi Weilimdorf/Feuerbach. Saisonübergreifend war der SCK zuvor in 34 Spielen ungeschlagen geblieben. In Feuerbach war dem SCK der Titel aber nicht mehr zu nehmen: Im viertletzten Spiel hatten die Korberinnen mit dem 27:19-Sieg gegen den MTV Stuttgart den Deckel draufgemacht.
 
Ein bisschen vorgefeiert hat die Mannschaft im Spiel davor. „Von der Emotionalität her war das Spiel in Schwaikheim das beste“, sagt Küchler. Ersatzgeschwächt musste der SCK beim härtesten Meisterschafts-Konkurrenten antreten und lag zwischenzeitlich mit sechs Toren im Hintertreffen. „Ich hatte das Spiel schon abgehakt“, sagt Küchler. Etwas voreilig – wobei die Trainerin ihre Spielerinnen eigentlich hätte kennen müssen. Die erinnerten sich offensichtlich an das Motto, das Britta Küchler vor der Saison ausgegeben hatte: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Also drehte der SCK die Partie zum 25:23-Sieg.
 
Der eine oder andere hatte den Korberinnen nach dem lockeren Aufstieg in die Bezirksliga den Durchmarsch in die Landesliga zugetraut. Schließlich standen etliche Spielerinnen im Kader, die schon höherklassig am Ball waren. Die Schwestern Jessica und Melanie Cyklarz beispielsweise oder Jessica Krug. Das Meisterteam der Bezirksklasse blieb fast geschlossen beisammen, Annika Kögel kehrte nach überstandenem Kreuzbandriss zurück in den Kader. „Wir wussten aber wirklich nicht, was uns in der Bezirksliga erwartet“, sagt Küchler. Sie habe keine Kenntnis über die Spielstärke der Liga gehabt. „Und Spiele haben wir uns im Vorfeld nicht angesehen.“
 
Im ersten Saisonspiel siegte Korb mit 25:22 bei den Stuttgarter Kickers. Der stieg zusammen mit dem SCK auf und taugte deshalb nicht als Maßstab für die Liga. Ein bisschen schlucken mussten Küchler und Kranacher, als sie vom 34:6-Auftaktsieg der mitfavorisierten SF Schwaikheim II in Schorndorf hörten. Wie sich im Laufe der Saison herausstellte, war die SG II nicht konkurrenzfähig und musste absteigen.
 
Rasch kristallisierte sich heraus, dass auch in der Bezirksliga die Meisterschaft nur über den SC Korb gehen würde. „Im Januar haben wir uns erstmals mit dem Thema Aufstieg beschäftigt“, so Küchler. Zwangsläufig, bei der Bilanz von 19:1 Punkten. Im letzten Spiel vor Weihnachten gegen die Stuttgarter Kickers bogen die Korberinnen einen Acht-Tore-Rückstand in den 19:18-Sieg um. „Der enorme Kampfgeist hat unsere Spielerinnen über die gesamte Saison hinweg ausgezeichnet“, sagt Küchler. „Wenn der Schiedsrichter das Spiel nicht beendet, machen sie immer noch weiter.“
 
Ganz neu ist die Landesliga für den SC Korb nicht. Im Jahr 2001 war der SCK, mit Heike Kranacher, in diese Spielklasse aufgestiegen. Dieter Cramer führte den SCK 2013 von der Landesliga in die Württembergliga und schließlich in die Baden-Württemberg-Oberliga. Die Korber Erfolgsgeschichte erreichte in der Saison 2016/2017 ihren vorläufigen Höhepunkt: Unter dem Trainer Jürgen Krause schaffte der SCK den Aufstieg in die 2. Bundesliga – mit Heike Kranacher als Co-Trainerin und Britta Küchler als Physiotherapeutin und Betreuerin. Weil die 2. Liga für den kleinen SC Korb eine Nummer zu groß war, wurde die Spielgemeinschaft mit dem VfL Waiblingen ins Leben gerufen. Die FSG ist mittlerweile Geschichte, beide Vereine gehen wieder getrennte Wege. Während der Zweitligist VfL große Ambitionen hat und den Aufstieg in die erste Liga anpeilt, geht’s beim SCK gemütlicher zu. „Wir sind jetzt wieder ein Dorfverein“, sagt Küchler. „Es zählt bei uns in erster Linie der Wohlfühlfaktor.“
 
Dass dieser beim einen oder anderen Erfolg höher ist, dürfte unbestritten sein. So möchten die Korberinnen auch eine Klasse höher die Gegner ärgern. „Wir sind eingespielt und haben gute Torhüterinnen“, sagt Küchler. „Falls es aber schiefgehen sollte, bricht für uns keine Welt zusammen.“
 
Das Meisterteam des SC Korb, hintere Reihe von links nach rechts: Trainerin Britta Küchler, Sarah Meier, Jacqueline Hellerich, Marina Tonne, Anna Schwender, Annika Kögel, Jessica Krug, Co-Trainerin Heike Kranacher, Co-Trainerin Nina Franck, Torwarttrainerin Gaby Hammer. Vorne von links nach rechts: Christina Silcher, Sina Raml, Nina Meier, Ann-Kathrin Heil, Ina Reinhardt, Melanie Cyklarz, Jessica Cyklarz. Es fehlen: Verena Wollensak, Helen Diener, Berivan Dilek, Arzu Kulpinari. Foto: Hoffmann